Wie ist es möglich, dass im Erklingen einer komplexen Folge von Lauten ein Sinn offenbar wird, der mit der lautenden Gestalt selbst scheinbar wenig bis gar nichts zu tun hat? Der Autor nähert sich dieser Problematik auf dem von Hans-Georg Gadamer angeregten Weg einer Deutung vom christlichen Kerngedanken der Inkarnation her. Er knüpft damit an die im Prolog des Johannes-Evangeliums begründete und u.a. von Augustinus, Thomas von Aquin und Nicolaus Cusanus entfaltete Analogie von menschlichem und göttlichem Sprechen – im trinitarischen Prozess, in Schöpfung und Menschwerdung – an und fragt nach der Bedeutung des theologischen Paradigmas für eine philosophische Sprachauslegung.
Daniel Schmidt
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