Dieser Grundlagenband führt ein in die Stoffgeschichte zu Faust, eine der berühmtesten Figuren der Weltliteratur – weit über Goethe hinaus. Der Magier, Teufelsbündler und Universalgelehrte, der die Grenzen des Menschseins auslotet, gilt als spezifisch deutsch, das „Faustische“ wurde zur Ideologie. Goethes zur deutschen Nationaltragödie verklärter Faust wird in diesem Buch in die Entwicklung des literarischen Mythos eingebettet, ausgehend von den ersten Zeugnissen aus dem frühen 16. Jahrhundert über wichtige Etappen wie Marlowe, Lessing und Thomas Mann bis in die Gegenwartsliteratur. Der Längsschnitt durch 500 Jahre Literaturgeschichte zeigt, welche Wandlungen der Faust-Mythos durchlaufen hat, wie Aktualisierungen und Problematisierungen immer auch Positionierungen im Kampf um die Deutungshoheit darstellen – und dass die Arbeit am Mythos noch längst nicht beendet ist.
Manuel Bauer
Humanismus Goethe Faustrezeption Thomas Mann Das Faustische
“... Es gelingt ihm nicht nur, die auch im rein literarischen Bereich unübersehbar gewordene Vielfalt der Faust-Bearbeitungen bis in unsere Tage klar und stringent darzustellen, sondern dazu auch die aktuelle und oft konträre Lage der Forschungsdiskussionen dem Leser nahezubringen und dabei durchaus eigene und neue Akzente zu setzen ...” (Michael Dallapiazza, in: Osservatorio critico della germanistica, Heft 15-16, 2019)
“... Dieses Buch bietet einen fundierten Überblick über bedeutende
Entwicklungsstationen des Faust-Stoffes, nicht nur auf bekannte, sondern auch weniger bekannte Texte bezogen incl. erst kürzlich erschienener Faust-Gestaltungen.” (Dieter Bach, in: Lehrerbibliothek.de, lbib.de, 3. Februar 2019)