Delacroix war ein Erster und Letzter. Noch einmal beherrschte er den ganzen künstlerischen Darstellungsapparat, Szenarium und Ikonographie, Personal und Dramaturgie, wie sie die Künstlergeneration des Barocks bis zu Tiepolo entwickelt hatten. Von seinem Werk sind die folgenreichsten Impulse bis hinein in die Kunst unseres Jahrhunderts ausgegangen. Der Autor gibt durch die Analyse eines Kunstwerkes ("Der Tod des Valentin" nach Goethes "Faust") Einblick in den Schaffensprozess bei Eugène Delacroix. Dabei wird vor allem das Tagebuch des Künstlers zu Rate gezogen, das über die vielfältigen Erlebnisse und Eindrücke, die Begebenheiten und Gedanken berichtet, mit denen er sich in der Entstehungszeit seines Faustbildes beschäftigt hat.
Günter Busch