Ein Roman über die Fundamente unserer Heimat
Nach ihren gefeierten Romanen über Exil und postmigrantische Gegenwart legt Shida Bazyar eine literarische Archäologie der Heimat vor. In einer präzisen Tiefenbohrung der Provinz stellt sie die radikale Frage: Auf welchen Fundamenten bauen wir unsere Heimat?
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre Vergangenheit aktiv verschweigt und zugleich zum Zufluchtsort für diejenigen wird, die hier Geborgenheit suchen. Der Roman führt uns durch die Jahre und die Köpfe derer, die das Dorf prägten: von jüdischen Familien, die alles verloren, über NS-Profiteure, die sich als unschuldige Mitläufer neu erfanden, bis hin zu den Familien Sharifi und Karimpour, die Jahrzehnte später aus dem Iran flüchten. Shida Bazyar gelingt ein virtuoses Erzählmosaik über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.
»Shida Bazyar blättert pars pro toto die Zeitschichten eines Jahrhunderts zwischen Gehaichnis und Geheimnis auf. Fesselnd und erschreckend aktuell.« Annett Gröschner
Shida Bazyar
Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, u.a. mit dem Ulla-Hahn-Autorenpreis, dem Uwe-Johnson-Förderpreis und der Nominierung zum International Booker Prize. »Drei Kameradinnen« folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. 2023 wurde ihre Arbeit mit dem Ernst-Toller-Preis geehrt.
NS-Geschichte Postmigrantisches Erzählen heimat holocaust Klasse Flucht Fatma Aydemir Tanja Maljartschuk Postmigrantische Literatur Deutscher Buchpreis Dorfroman Hunsrück NS-Vergangenheit Aufarbeitung Saša Stanišić Heimatbegriff Roman Heimat
»Shida Bazyar gelingt ein überwältigendes Porträt eines deutschen Dorfes, und die Gewalt steckt dabei in winzigen Details, die von Raub und Ver-
treibung zeugen.«
Jolinde Hüchtker ()
»Ein starker Roman, der seine erzählerische Kraft auch aus der besonderen Erfahrung von Shida Bazyar bezieht.«
()
»Shida Bazyars neuer Roman ›Die Lücken‹ ist ein fein recherchiertes und orchestriertes Heimatepos aus dem Hunsrück. (...) ein Buch, das einen vor allem tief glücklich macht, trotz alle der Traurigkeit, die in ihm steckt.«
Vera Schroeder ()
»[Shida Bazyars] moderner Anti-Heimatroman über verdrängte Erinnerungen und Verantwortung besticht durch seine unaufgeregte und geschliffene Sprache, lebendigen Figuren und eine bemerkenswerte Komposition. All das macht ›Die Lücken‹ zu einem großen Wurf.«
Tino Schlench ()
»Der Ort als Konstante, als Speicher dessen, worüber gesprochen wird und worüber geschwiegen wird. (...) Shida Bazyar legt diese Geschichten übereinander und macht das Unerzählte sichtbar.«
()
»Shida Bazyar hat mit ›Die Lücken‹ ein Mosaik an Lebensgeschichten geschaffen. Ein Roman über die Last der Geschichte, die Lüge des Neubeginns und den Wunsch, endlich eine Heimat zu finden.«
Sally-Charell Delin ()
»[Shida Bazyar] kriecht beim Erzählen förmlich in die Köpfe der Täter und Opfer.«
Maja Hattesen ()
»Shida Bazyar macht in ihrem bewegenden Anti-Heimatroman ›Die Lücken‹ deutlich, wie wichtig und dringlich der Blick in die eigene Vergangenheit ist.«
Miriam Fendt ()
»[Ein großer] Wurf in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur«
Denis Scheck ()
»[Ein Roman, der] deutsche Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts erzählt, wie es bisher noch nicht getan wurde.«
Andreas Platthaus ()