Gewalt und Messianismus – die vorliegende Habilitationsschrift schlägt die Brücke zwischen diesen beiden Themenfeldern.Sie verdeutlicht zunächst die inhärente Gewalt- und Machtstruktur der Königspsalmen: Im Weltverständnis des Alten Orients ist Gewalt integraler Bestandteil der Schöpfungsordnung. Schöpferisches Handeln ist verantwortliche Gewaltausübung zur Stabilisierung einer stets chaosanfälligen Welt. Die untersuchten Psalmen sind Ausdruck des Beziehungsgeschehens, in dem Gott und Messias bei der Überwindung der Chaosmächte zusammenwirken. Die Septuaginta mildert die gewalttätigen Züge im Gottesbild ab, entsprechend den Hörerwartungen der hellenistischen Umwelt. Der Auftrag des Messias bekommt eher einen pädagogischen Charakter.
Nicole Katrin Rüttgers
Altes Testament Königspalmen Messianismus Gewalt im Alten Testament Septuaginta Psalmenforschung Exegese Hellenismus Christologie Altorientalische Religionsgeschichte