Im Alter von 40 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, hat Hermann Hesse zu malen begonnen. Es war ihm ein »Ausweg, um auch in bittersten Zeiten das Leben ertragen zu können« und um Distanz von der Literatur zu gewinnen. »Ich habe mein Malstühlchen in der Hand«, schreibt er 1920, »das ist mein Zauberapparat und Faustmantel, mit dessen Hilfe ich schon tausendmal Magie getrieben und den Kampf mit der blöden Wirklichkeit gewonnen habe.«
Von manchen seiner Malausflüge im Tessin haben sich zusammenhängende Bilderfolgen und Aquarellalben erhalten. Aus einem dieser Alben von 1922 erscheint hier eine Folge seiner reizvollsten Arbeiten, aber auch Blätter aus späteren Jahren sind vertreten. Zusammen mit Hesses Betrachtungen über seine Malerei und Selbstzeugnissen aus seinen Briefen machen sie nachvollziehbar, dass Romain Rolland 1921 an Hesse schrieb: »Ich bin entzückt über Ihr Album mit Aquarellen. Sie sind saftig wie Früchte und anmutig wie Blumen. Es lacht einem das Herz dabei.«
Hermann Hesse
Hermann Hesse, geboren am 2.7.1877 in Calw/Württemberg als Sohn eines baltendeutschen Missionars und der Tochter eines württembergischen Indologen, starb am 9.8.1962 in Montagnola bei Lugano.
Er wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur, 1955 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet. Nach einer Buchhändlerlehre war er seit 1904 freier Schriftsteller, zunächst in Gaienhofen am Bodensee, später im Tessin.
Er ist einer der bekanntesten deutschen Autoren des 20. Jahrhunderts.
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»Zusammen mit seinen Betrachtungen über seine Malerei und Selbstzeugnisse aus seinen Briefen lässt dieser kleine schmale und doch so bunte Band den Leser an der Begeisterung teilhaben und einen sogar mitten im Winter eine Art Frühlingsaufbruch erspüren.«
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»Hermann Hesse begleitete mich durch die Jugend. Bei Demian, Siddhartha und bei Narziß und Goldmund fand ich Trost: Meine Seelennot war offenbar nicht einzigartig, anderen war es ähnlich ergangen. Aber sie war doch so besonders und kostbar, daß sich ein nicht geringer Dichter die Mühe nahm, Bücher darüber zu schreiben.«
Lukas Bärfuss ()
»Hesse hat mich seit meiner Jugend stark beeinflusst. Seine Kraft, Energie und Vitalität waren mir immer ein Vorbild.«
Patti Smith ()
»Hesse ist der Lehrmeister des rettenden Eskapismus.«
Juri Andruchowytsch ()
»Hermann Hesse war eine große Künstlernatur. Jemand, der viel, sehr viel an sich gearbeitet hat, der sich im ganz ernsten Sinn als Person in seinem Schreiben selbst zu erarbeiten versucht hat. Das können nicht so viele von sich behaupten.«
Andreas Maier ()
»Ich teile Hermann Hesses Überzeugung, dass unsere menschliche Intelligenz besser für Frieden und Versöhnung geeignet ist als für Krieg und Vernichtung, und ich teile seine Einstellung über die reiche Vielfältigkeit menschlichen Lebens.«
Dalai Lama ()
»Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein jugendliches Chaos in Hesses Demian seine Sprache gefunden hat.«
Jürg Acklin ()
»Hesse ist fast ebenso sehr Maler wie Poet. Dichtung und Bilder zeigen eine innige, vollendete Verbindung mit der Erscheinungswelt.«
André Gide ()