Wie können Pflegende alte Menschen unterstützen, die nicht mehr für sich selbst sorgen sowie ihre Gesundheit und Wohnumgebung pflegen können?
Selbstvernachlässigung im Alter gehört zu den drängendsten und zugleich am stärksten tabuisierten Themen der Pflege. Dieses Fachbuch, herausgegeben von Anna Gogl, erschließt das Phänomen aus klinischer, ethischer, organisatorischer und sozialphilosophischer Perspektive. Es richtet sich an Pflegefachpersonen in der ambulanten und stationären Altenpflege, an Case Manager*innen, gerontopsychiatrische Fachkräfte sowie an Lehrende und Studierende der Pflegewissenschaft. Falldarstellungen aus der Praxis der Herausgeberin zeigen, wie über Beziehungsaufbau ein Zugang zu Menschen gelingt, die aufgrund von Demenz, Depression, wahnhaften Störungen oder Alkoholabhängigkeit Hilfe abwehren.
Die Analysen verdeutlichen, warum überstürzte Interventionen scheitern und weshalb das Aushalten schwieriger Zustände eine fachlich begründete Strategie darstellt. Weitere Kapitel behandeln die Abgrenzung von Messie- und Diogenes-Syndrom, die Bedeutung der Wohnumgebung als Identitätsanker bei Demenz sowie die ethische Gratwanderung zwischen Patientenautonomie und Fürsorgepflicht. Das Stufenmodell der Rucksackpflege bietet einen Handlungsrahmen für hochkomplexe Pflegesituationen. Die pflegediagnostische Einordnung nach NANDA-I verbindet Theorie und Praxis auf wissenschaftlichem Niveau.
Ein unverzichtbares Werk für alle, die Würde, Autonomie und Lebensqualität vulnerabler alter Menschen schützen möchten.
Anna Gogl
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