Der blinde Fleck in der eigenen Familiengeschichte
Die Schoah und das Ende des Zweiten Weltkriegs liegen weit zurück, es leben nur noch wenige Zeitzeugen und Zeitzeuginnen. Ihre Vergangenheit jedoch hinterlässt bis heute Spuren in den Familien. Geprägt durch eine Katastrophe, die sie nicht selbst erlebt haben, haben viele Nachkommen der Täter, Komplizen, Handlanger, Mitläufer und Opportunisten seelische Wunden, deren Ursachen sie oft nur vage kennen: zwischenmenschliche Kälte, Schuldgefühle, Ängste, Einsamkeit, ein Gefühl der Entwurzelung. In vielen Familien sind bleiernes Schweigen, verdrängte Erinnerungen, wohlgehütete Geheimnisse, hartnäckige Lügen allgegenwärtig – ein erdrückendes Erbe, dessen Gift bis heute wirkt. Doch nun bricht dieser Panzer des Schweigens auf: Da sie keine Konfrontation mit den Großeltern oder Eltern mehr fürchten müssen, recherchieren immer mehr Menschen ihre Familiengeschichte und spüren nach, wie sich diese auf die eigenen Lebensmuster ausgewirkt hat. Der Trauma- und Stressexperte Louis Lewitan und der preisgekrönte Journalist Stephan Lebert schreiben anhand von ergreifenden Gesprächen mit Betroffenen über die ebenso schwierige wie befreiende Auseinandersetzung mit der Last der eigenen Familiengeschichte. Ein Beitrag zur deutschen Erinnerungskultur, der aktueller denn je ist.
Der blinde Fleck in der eigenen Familiengeschichte: Wie Holocaust und Kriegsvergangenheit bis in die heutigen Generationen hinein nachwirken
Bestsellerautor Stephan Lebert und der Psychologe Louis Lewitan schreiben anhand von berührenden Gesprächen über die vererbten Traumata in deutschen Familien
Ein aktueller Beitrag zur Erinnerungskultur: 80. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus am 8. Mai 2025
Stephan Lebert
Stephan Lebert, Jahrgang 1961, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München. Ab 1985 arbeitete er bei der „Süddeutschen Zeitung“, danach folgte ein Jahr beim „Spiegel“, und von 1999 bis 2004 war Stephan Lebert leitender Redakteur beim „Tagesspiegel“ in Berlin. Heute arbeitet er als Redakteur für besondere Aufgaben bei der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er wurde mit dem Egon-Erwin-Kisch-Preis ausgezeichnet.Im Jahr 2000 veröffentlichte Stephan Lebert das Sachbuch „Denn Du trägst meinen Namen“ über das Erbe prominenter Nazi-Kinder mit Porträts von seinem Vater, dem SZ-Journalisten Norbert Lebert. 2002 gab er gemeinsam mit seiner Mutter Ursula Lebert, einer langjährigen „Brigitte“-Autorin, die Reportagen-Sammlung „Du bist mein Augenstern. Was die Zeit aus Ehen macht“ heraus.
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»[D]as Buch zeigt, wie befreiend es sein kann, sich mit der Last der eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzten. Auch wenn man aus einer Täter-Familie kommt.«
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»(Die Autoren) benennen eines der eklatanten Probleme der deutschen Erinnerungskultur [...], [das] in den Familien aber nie angekommen ist. Dort regierte jahrzehntelang das Schweigen.«
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»[Die Autoren] haben ein Buch geschrieben, das man nicht wieder aus der Hand legt, hat man erst einmal mit der Lektüre begonnen.«
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»80 Jahre nach Kriegsende wächst [...] das Verlangen, zu ergründen, wer wie in die Verbrechen verstrickt war. Obwohl - oder vielleicht weil – die Zeitzeugen immer weniger werden.«
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»Für alle, die die wahre Rolle ihrer eigenen Vorfahren in der Nazizeit erkunden und das Schweigen in ihrer Familie brechen möchten, eine unentbehrliche Hilfe.«
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