Johannes Duns Scotus (ca. 1265-1308) zählt zu den bedeutendsten Denkern des lateinischen Mittelalters. Kritisch gegenüber unreflektierter Autoritätsgläubigkeit entwirft er ein neuartiges Konzept von Philosophie als Transzendentalwissenschaft. In ihrem Zentrum steht die Frage nach den Wahrheitsbedingungen von Wissen unter den Bedingungen radikaler Kontingenz. In den Pariser Vorlesungen zu den Sentenzen des Petrus Lombardus findet sich Scotus' letzte und reifste Antwort auf diese Frage. Diese Texte liegen in einer von ihm selbst autorisierten Ausarbeitung vor und werden hier zum erstenmal überhaupt zugänglich gemacht. Das Ergebnis dieser Denkbemühungen ist eine modern anmutende Philosophie der Freiheit.
Johannes Duns Scotus
Johannes Duns Scotus (1265/66–1308) zählt zu den bedeutendsten Denkern des lateinischen Mittelalters. Der gebürtige Schotte lehrte an den Universitäten Oxford und Paris sowie am Studienhaus der Franziskaner in Köln. Kritisch gegenüber unreflektierter Autoritätsgläubigkeit entwickelt er in ständiger Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Positionen (u.a. Thomas von Aquin) ein neues Konzept von Philosophie als Transzendentalwissenschaft.
Mittelalterliche Philosophie Petrus Lombardus Religionsphilosophie Theologie