Der sechste Band der Urkunden der Markgrafen von Meissen und Landgrafen von Thüringen vereint sämtliche Urkunden und Briefe, die von den regierenden Wettinern zwischen 1265 und 1272 ausgestellt oder empfangen wurden. Er schafft damit eine verlässliche Quellengrundlage für die in vielen Bereichen noch wenig erforschte Geschichte der wettinischen Herrschaft nach ihrer Teilung im Jahr 1263 zwischen Markgraf Heinrich von Meißen und seinen Söhnen, Landgraf Albrecht von Thüringen und Markgraf Dietrich von Landsberg. Die teilweise erstmals kritisch edierten und kommentierten Urkunden eröffnen neue Perspektiven auf die dynastischen und familiären Beziehungen der Wettiner, ihre Herrschaftspraxis, Bündnis- und Territorialpolitik sowie ihre Stellung im Reich. Neben zahlreichen Zeugnissen von herausragender landesgeschichtlicher Bedeutung umfasst die Edition erstmals auch die gesamte Überlieferung zu den Bemühungen der wettinischen Fürsten, nach dem Tod König Konradins im Jahr 1268 das staufische Erbe in Italien, im Königreich Jerusalem und im Herzogtum Schwaben anzutreten und sich als potenzielle Nachfolger der Staufer im Reich zu profilieren. Der Band ermöglicht damit eine grundlegende Neubewertung der wettinischen Herrschaft im ausgehenden Interregnum und leistet zugleich einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Reichsgeschichte am Ende der Stauferzeit.
Geschichte Mittelalter Mediävistik 13. Jahrhundert Mitteldeutschland Markgrafen von Meißen Landgrafen von Thüringen Urkunde Edition Diplomatik Sachsen/Geschichte Thüringen/Geschichte