Es gibt einen Fundamentalismus, der dann entsteht, wenn die Religion nicht mehr vorherrschende Deutungsmacht ist, das Erlösungsbedürfnis aber weiterwirkt.
Hier wird Weltablehnung zur Ablehnung der modernen, auf funktionaler Differenzierung und formaler Rationalisierung gegründeten Welt, und die Heilserwartungen werden auf innerweltliche Instanzen wie Moral, Kunst und Erotik übertragen.
Stefan Breuer geht dieser Transformation in einen moralischen, ästhetischen und erotischen Fundamentalismus nach, beginnend mit Rousseau und dem radikalen Flügel der Französischen Revolution, über Schopenhauer, Richard Wagner und den George-Kreis bis hin zu Ludwig Klages, Otto Gross und Herbert Marcuse.
Stefan Breuer
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