Ulrich Thiele Thiele Verfassung, Volksgeist und Religion.

Verfassung, Volksgeist und Religion.

von Ulrich Thiele

Hegels Überlegungen zur Weltgeschichte des Staatsrechts.

EUR 62,00

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Beschreibung

Zweifellos ist die Frage nach der Stellung der Religion(en) im modernen Verfassungsstaat in den letzten Jahren immer brisanter geworden. Dabei stehen sich eine 'neutralitätsliberale' und eine 'staatskirchenrechtliche' Position diametral gegenüber, zumal dann, wenn deren Verfechter eine 'natürliche' Allianz zwischen Christentum und liberalem Verfassungsstaat behaupten, die anderen Religionen bestritten wird. Ein erstaunlich ähnlich gelagerter Diskurs fand um 1800 statt. Speziell Hegels These, Religion, Volksgeist und Verfassung bildeten eine innere Einheit, opponierte dem französischen Glauben an die 'Machbarkeit' von Verfassungen ebenso wie dem strikten Laizismus, dem auch Kant (zeitweilig) nahestand. Doch so eindeutig ist die Sachlage bei weitem nicht: Weder sieht Hegel das Komplementaritätsverhältnis zwischen Religion, Volksgeist und Verfassung als statisch an, noch empfiehlt Kant, schlechterdings jede Religion abwehrrechtlich zu schützen. Vielmehr könne dies nur für die drei monotheistischen Offenbarungsreligionen gelten, denn nur sie seien ihrer 'logischen' Struktur nach mit dem gewaltenteiligen Rechtsstaat grundsätzlich verträglich. Ulrich Thieles Abhandlung richtet sich an Philosophen, Juristen und Politikwissenschaftler, die am derzeit dringend gebotenen interreligiösen sowie religions- und verfassungspolitischen Dialog interessiert sind.

Autor*in

Ulrich Thiele

Themen in »Verfassung, Volksgeist und Religion.«

Dialektik Interreligiöser Dialog Verfassungsgeschichte Weltgeist

Stimmen zu »Verfassung, Volksgeist und Religion.«

"Die interessante Untersuchung nimmt den 11. September 2001 als Ausgangspunkt ihrer Reflexion - und damit das Problem des Verhältnisses von Politik und Religion im Rahmen einer politisch-geschichtlichen Lage, die durch eine deutliche Zurückweisung der nach 1990 einflussreich vertretenen These vom 'Ende der Geschichte' (Fukuyama) gekennzeichnet ist. Der liberale Verfassungsstaat westlicher Prägung hat sich also nicht als vermeintlich rationaler und 'logischer' Endpunkt der modernen Entwicklung erwiesen, sondern die Frage nach dem Verhältnis von Politik und Religion im Zeitalter eines 'clash of civilisations' (Huntington) stellt sich erneut und dazu noch mit ausnehmender Dringlichkeit. In dieser Lage bietet es sich in der Tat an, auf Hegel zurückzugreifen, denn dieser Denker hat in den ersten drei Jahrzehnten nach 1800, als er die Grundlinien seiner historisch orientierten Philosophie des Geistes ausarbeitete, die ältere wie auch die neuere geschichtliche Staatsbildung als ein Phänomen dargestellt und gedeutet, das von den historischen Ausprägungen des rational und zeitlich stets unterschiedlich ausgeprägten 'Volksgeistes' und der jeweils vorhandenen Religionen nicht zu trennen ist.[.] Die ihn eigentlich umtreibende Frage nach dem Stellenwert der Religion im modernen Verfassungsstaat überhaupt beantwortet er auf dem Hintergrund seiner weit ausgreifenden Hegel-Exegese dann allerdings doch lieber mit Kant. Indem er die These, Kant vertrete in der Frage des Verhältnisses von Staat und Religion im Grunde die normative Position eines strikten Neutralitätsliberalismus, deutlich zurückweist, kommt Thiele zu der Auffassung, Kant befürworte indirekt eine Religionspolitik zur Förderung aller derjenigen Religionen, 'die ihrerseits dem gewaltenteiligen Rechtsstaat zugeneigt' seien. Das ist eine etwas gewagte These, der sicher nicht wenige Kant-Exegeten widersprechen werden. Thieles Hegel-Exegese dagegen kann sich sehen lassen - als ein solides Stück textnaher und gelungener Interpretation und ebenso als überzeugender Vergegenwärtigung bestimmter Grundthemen Hegel'scher Gedankenbildung." Univ.-Prof. Dr. Hans-Christof Kraus, in: Die Öffentliche Verwaltung, Juli 2009, Heft 14
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Details

ISBN: 9783428526024
Verlag: Duncker & Humblot
Erscheinung: 22.09.2010

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