Kann eine Gesellschaft, deren Gesellschaftsvertrag gegen das Kartellverbot verstößt, über die Lehre von der fehlerhaften Gesellschaft als wirksam entstanden behandelt werden? Unter dogmatischer Qualifizierung der Negativvoraussetzung »vorrangiger Allgemeininteressen« weist der Autor nach, dass eine Anwendung der Lehre entgegen der Rechtsprechung des BGH verbotsgesetzindividuell zu prüfen ist. Im Falle eines Verstoßes gegen das Kartellverbot habe eine solche Anwendung regelmäßig auszuscheiden.
»Defective Partnership Doctrine and anti-competitive Joint Ventures«: May a partnership whose partnership agreement violates the prohibition of cartels be deemed to be validly existing under the defective partnership doctrine? By dogmatically classifying the negative requirement of »predominant common interests«, the author demonstrates that, contrary to the Federal Court of Justice’s case law, the doctrine’s applicability must be examined on a case-by-case basis. In case of a violation of the prohibition of cartels, such application typically has to be ruled out.
Till Kowalski
Negativvoraussetzung Einzelfallabwägung Personalistische Prägung Verselbstständigung der Gesellschaft Abgrenzung von Gesellschaftstypen Strukturunterschiede Konstitutionelle Kartellrechtswidrigkeit
»Till Kowalski legt mit seiner Dissertation eine quellenreiche und systematisch stringente Monografie vor, die den ›Testfall‹ kartellrechtswidriger Gemeinschaftsunternehmen zur grundsätzlichen Auseinandersetzung mit dem Spannungsverhältnis zwischen Verbotsinteresse und Bestandsschutz nutzt. Wer sich mit diesem Spannungsfeld befasst, wird an der Arbeit nicht vorbeikommen. Das Werk ist ein ernst zu nehmender Beitrag zur Fortbildung der Schnittstelle zwischen Gesellschaftsrecht und Kartellrecht.« Simon Maturana, in: Rabels Zeitschrift für ausländisches und internationales Privatrecht, Bd. 90, 1/2026
()