Geschichtsschreibung ist ein konstruktives Unternehmen, das auf ebenfalls bereits konstruierten Dokumentationen des ursprünglichen Geschehens basiert. Deren Urheber sind die ersten, alle folgende Historiographie schon leitenden Geschichtsschreiber. Diesen Sachverhalt zeigt der Band bezüglich des internationalen Geschehens auf, das zur Wiedervereinigung Deutschlands führte. Er erschloss sich aus umfangreichen Studien französischen, britischen, amerikanischen wie auch deutschen und russischen Archivmaterials sowie zahlreichen Interviews mit Akteuren. Die Bedingungen von Geschichtsschreibung ließen sich nachverfolgen und exemplarisch veranschaulichen.
»Writing History: An Endeavour of Construction. Six Chapters on the Historiography of Germany's Reunification«: All historiography constructs, as an endeavour that builds upon already existing and equally constructed documentation concerning the original events. The authors of such documentation are the first historians steering all subsequent historiography. This issue is demonstrated with regard to the international process leading to the reunification of Germany, on the basis of an extensive study of French, British, American, German and Russian archival material, and numerous interviews with historical actors. The conditions of historiography could be retraced and illustrated in an exemplary way.
Tilo Schabert
Politische Charakterologie Politische Theorie Regierungslehre Staatskunst Geschichtsfälschung Werkstatt der Weltpolitik Geschichtsnarrative Zeitgeschichte Internationale Politik Historiographische Quellenkritik Distortion of History Historical Narratives Historiographical Source Criticism International Relations Political Characterology
»Das Buch von Tilo Schabert – nicht frei von Eitelkeiten, die den Autor als einen den handelnden Persönlichkeiten als ebenbürtig hinstellen sollen – trägt interessante Facetten zu den außenpolitischen Rahmenbedingungen der Wiedervereinigung bei. Doch noch gewichtiger ist der Beitrag zur Quellenkritik. Dieses Buch könnte im geschichtswissenschaftlichen Grundlagenstudium eine großartige Handreichung darstellen, um präzise vorzuführen, wie Quellenkritik konkret gehandhabt aussieht und welche Fehler auch gestandenen Wissenschaftlern selbst unterlaufen können. Daher ist das Buch gleich doppelt bemerkenswert: als empirischer Beitrag zur Wiedervereinigungsforschung und als beispielhafte und lehrreiche Quellenkritik.« Dr. Ilko-Sascha Kowalczuk, in: Historische Zeitschrift, Bd. 322, 1/2026
»Der mehr erzählende, denn streng analysierende Autor zeichnet zwar den atemberaubenden Prozess der Wiedervereinigung akribisch und mit zum Teil kriminalistischem Spürsinn anhand der akteursbezogenen Dokumente nach […] und lässt die im Rahmen der 2+4-Verhandlungen zum Greifen nahe Furcht vor einem »deutschen Europa« eindrucksvoll lebendig werden […]. Für solche und ähnliche Anregungen, wie für das gesamte Buch müsste eigentlich auch die professionelle Geschichtswissenschaft dankbar sein!« Dr. Michael Fuchs, in: Zeitschrift für Politik, 6/2023
»Der Autor ist einer der besten Kenner zum Thema Frankreich und die deutsche Einigung. In sechs Kapiteln fächert er sein komplexes Forschungsgebiet auf, die sein Werk ertragreich und lesenswert machen. [...] Fasst man Schaberts detailversessene Forschungen hinsichtlich Befürwortern und Förderern bzw. Gegnern und Verhinderern der deutschen Einigung zusammen, so ist ihm sehr zu folgen, dass das letztgültige Ergebnis keineswegs zu erwarten, geschweige denn ausgemachte Sache war.[...]« Prof. Dr. Michael Gehler, in: Jahrbuch Politisches Denken, Band 33/2023
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