Gräfin von Gessler schlug 1750 im Königreich Preußen eine Magd so grausam, dass diese starb. Vor Gericht rechtfertigte die Gutsherrin ihre Praktiken und wurde zum Tod verurteilt. Die mikrohistorische Studie rekonstruiert den ›Fall‹ und ordnet ihn in Diskurse um Geschlecht, Gutsherrschaft und Gewalt ein. Wie funktionierte »Herrschaft vor Ort« – wann, wo und warum wurde sie dysfunktional? Im Spannungsfeld von Herrschaftsansprüchen und ihrer sozialen Akzeptanz wird Gewalthandeln – auch geschlechtergeschichtlich – analysiert.
»Gender, Power and Microhistory«
In her study, Köntgen unfolds a vibrant picture of violence and abuse of power executed by a female squire in 18th century, in one case leaving a servant dead. By applying a microhistorian approach to a vast amount of sources, the study reveals a stunning variety of physical abuse and emotional humiliation in Prussian ›Gutsherrschaft‹. In baring an unknown range of social (dys-)functionalities at Prussian manors from a subaltern view, the study offers new readings of social and power dynamics.
Sonja Köntgen
Gutsherrschaft Gewalt Preußen Geschlecht