Das einzige erhaltene Dokument dieser Art
Franz Albrecht Schall (1913 – 2001) stammte aus einem bildungsbürgerlichen protestantischen Elternhaus in Thüringen. Der Vater war mit Hermann Hesse befreundet und verfolgte besorgt die Krise der Demokratie. Doch der Sohn trat bereits mit 17 der Hitlerjugend bei.
Wie der junge Mann in den Sog des Nationalsozialismus geriet, davon zeugen seine Tagebücher: Massenaufmärsche, politische Vorträge und Propagandafahrten sind ebenso festgehalten wie die persönlichen Eindrücke von Hitler. Während der Vater wegen Kontakten zur Opposition verhaftet wurde, machte der Sohn Karriere in der NS-Diktatur. Fast bis Kriegsende war sein Glaube an das NS-Regime ungebrochen.
Unverfälscht zeigen die Tagebücher die Anziehungskraft des Nationalsozialismus auf junge Menschen. Zusammen mit der historischen Einordnung eröffnen sie einen neuen Blick auf die NS-Zeit und sind zugleich ein sehr anschaulicher Beitrag zum Thema Jugend und ideologische Verführung.
André Postert
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Den Nationalsozialismus mit den Augen und in den echten Aufzeichnungen eines Jugendlichen dieser Zeit zu sehen, einen jungen Mann im Sog des Nationalsozialismus zu beobachten, ist gleichermaßen erschütternd wie faszinierend.
Robert Sernatini ()
Diese Tagebücher sind wertvoll, da in gewisser Weise auch zeitlos, denn sie erzählen viel über die verführerische Anziehungskraft radikaler Ideen auf die Jugend.
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Viel wichtiger scheint, gerade in unseren Tagen, der Wert solcher Aufzeichnungen als Erklärungshilfe dafür, wie sich junge Leute, halb gezogen und halb getrieben, zu allen Zeiten fanatisieren und radikalisieren können.
Oliver Reinhard ()
Das Tagebuch des Hitlerjungen Franz Albrecht Schall zeigt, wie die Nazis schon vor der 'Machtergreifung' den Enthusiasmus vor allem junger Männer missbrauchten. Es ist eine Quelle von besonderer Bedeutung.
Der Wert der Tagebücher liegt vor allem darin, dass Schall sie in der Zeit schrieb, in der er all das dort Notierte erlebt, gedacht und gefühlt hat, ohne die Zukunft zu kennen. Das hebt ihre Bedeutung weit über Erinnerungen, die erst später und in Kenntnis der Vergangenheit geschrieben wurden.
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Ein Leben ohne den ›Führer‹ ist für Franz Albrecht Schall unvorstellbar. Aus dem begeisterten Hitlerjungen wird ein glühender Nationalsozialist. Seine nun veröffentlichten Tagebücher sind historisch von Bedeutung.
Katja Sembritzki ()
Wie wurden junge Menschen zu Nationalsozialisten? Was fanden sie an der NSDAP so attraktiv? Eine wichtige Quelle sind die jetzt erstmals veröffentlichten Tagebücher Schalls. André Postert hat die Aufzeichnungen, die man flüssig lesen kann, mit informativen Kommentaren versehen und in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeordnet.
Prof. Dr. Dr. Rainer Hering ()
Warum strömten gegen Ende der Weimarer Republik Millionen junge Deutsche in die NSDAP und deren Massenorganisationen? Wer Antworten auf solche gerade von Jugendlichen immer wieder gestellten Fragen sucht, sollte zu Posterts Buch 'Hitlerjunge Schall' greifen.
Tomas Unglaube ()