Neue Wörter braucht das Land! Prominente Autoren wandeln die Ergebnisse des 3sat-Wettbewerbs in brillante Wortgeschichten um.
Dass der Geruch nach einem Sommerregen »Regenwürze« heißen muss, leuchtet ein. Die Regenwürze erfreut auch Menschen, die während eines Liebeskummers untröstlich, kurz »balzwund«, sind. Ein »Glimmerli« scheint auf, eigentlich nur das kleine Licht im Lichtschalter. Kann aber auch als Licht am Horizont fungieren. Das sich allerdings rasch wieder verdüstert, wenn man etwas nicht mehr findet, obwohl man es bewusst an einem völlig logisch erscheinenden Ort abgelegt hat. Der wurde dann leider zur »Verwahrfalle«. Der Mensch wird unter diesen Umständen leicht nörgelig und mürrisch, also schlicht und einfach »nörrisch«.
Der vom Fernsehsender 3sat ausgerufene Wettbewerb um Wörter, die in der deutschen Sprache fehlen, stieß auf ein gewaltiges Echo. Mehr als 1000 äußerst kreative Wortsucher und -finder haben sich gemeldet, die meisten mit mehreren Vorschlägen. So musste die hochkarätig besetzte Jury notgedrungen eine Auswahl treffen, durch die sie sich zu eigenen Wortgeschichten inspirieren ließ. Das Ergebnis liegt in diesem Buch vor.
Die Autoren: Peter Eisenberg, Kirsten Fuchs, Axel Hacke, Franz Hohler, Günter Paal (Gunkl), Kathrin Passig, Ernst Pöppel, Rafik Schami, Volker Strübing, Feridun Zaimoglu
3sat
»Die Juroren, darunter der Linguist Peter Eisenberg und der Psychologe Ernst Pöppel, urteilen recht unterschiedlich. Kolumnist und Autor Axel Hacke legt Wert auf klare Verständlichkeit und wundert sich, wieso man irgendwann und irgendwo sagen darf, aber aus irgendeinem Grund, also irgendwarum, nicht irgendwarum. Der syrisch-deutsche Dichter Rafik Schami mochte es lieber sinnlich-metaphorisch. Er wählte etwa die Regenwürze aus, für den speziellen Geruch, den der Regen hervorrbringt, wenn es lange Zeit warm und trocken war.«Stuttgarter Zeitung
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