»Kabale und Gene: Der Wissenschaftler will, wie der Bergsteiger, als Erster auf den Gipfel. Doch selten verlief das Rennen um Ruhm so erbittert wie jenes, das im Februar 2001 zur Offenlegung des menschlichen Genoms geführt hat. In seinem kenntnisreichen Buch schildert der Wissenschaftsjournalist Kevin Davies den Wettstreit zweier Schlüsselpersonen: Der brave Ehrgeizling Francis Collins führte den internationalen Verband der Gensequenzierer an, zu denen auch deutsche Forscher gehörten. Der listige Einzelkämpfer Craig Venter stellt sich der scheinbaren Übermacht mit seiner Firma Celera entgegen und wurde dadurch mehrfacher Millionär.« Der Spiegel
»Mit vielen kleinen Geschichten macht Davies deutlich, wie stark die Genforschung schon heute unsere Gesellschaft beeinflusst.« Die Woche
1990 bewilligte die US-Regierung drei Milliarden Dollar für das Human Genome Project (HGO). In 15 Jahren sollten die drei Milliarden Buchstaben des menschlichen Genoms entschlüsselt sein. Leiter wurde 1993 Francis Collins, ein überzeugter Christ, dem es um nicht weniger als um die Entzifferung der »Sprache Gottes« ging.
Craig Venter, Vietnamveteran und Sportsegler, stieg aus und gründete ein eigenes Forschungsinstitut. 1998 löste seine Erklärung, in nur drei Jahren und mit Hilfe von nur 300 Millionen Dollar die Entschlüsselung des Genoms abzuschließen, Panik aus. Er verkörpert einen neuen Forschertyp, den Geschäftsmann, der jenseits staatlicher Kontrolle die Bausteine des Lebens selbst auf den Markt bringt.
Damit ist die Sorge um den Missbrauch der Genpatentierung nicht mehr aus der Welt zu schaffen und größte Vorsicht angesagt, wie gerade die jüngsten Ereignisse um das Europäische Patentamt zeigen.
Kevin Davies
Kevin Davies, 1962 in London geboren, promovierter Genetiker, setzte seine Studien am MIT und an der Harvard Medical School fort, bevor er Wissenschaftsredakteur bei ›Nature‹ wurde. Heute ist er Herausgeber von ›Cell Press‹ und lebt in Boston.