Skrupelloser Tyrann oder gerechter Staatslenker - kaum ein anderer römischer Kaiser ist in der Überlieferung so widersprüchlich dargestellt worden wie Tiberius. Der renommierte Althistoriker Zvi Yavetz entwirft ein differenziertes Bild des Tiberius und zeigt die Komplexe Persönlichkeit des »traurigen Kaisers«.
War der römische Kaiser Tiberius, Stiefsohn und Nachfolger des Augustus, ein verantwortungsbewußter Lenker des Staates oder ein skrupelloser Tyrann, der in der Einsamkeit Capris seine Obsessionen auslebte? Der israelische Althistoriker Zvi Yavetz untersucht die widersprüchliche Überlieferung und entwirft ein differenziertes und facettenreiches Bild des »traurigen Kaisers«.
Er erklärt die psychischen Folgen zahlreicher Kränkungen, die Tiberius von Augustus erdulden mußte, schildert seine Verdienste auf militärischem, sozialem und verwaltungstechnischem Gebiet, zeigt aber auch seine schuldhafte Verantwortung für Fehlentwicklungen und seine Gnadenlosigkeit im Umgang mit politischen Gegnern.
Zvi Yavetz
Zvi Yavetz, geboren 1925, gehört zu den bedeutendsten Altertumswissenschaftlern Israels und genießt international hohes Ansehen. 1990 erhielt er den Israel-Preis, die höchste Auszeichnung des Landes auf dem Gebiet der Kultur. François Mitterand ernannte ihn zum Mitglied der Academie Internationale de Culture. 1997 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Ludwig-Maximilians-Universität München verliehen. Werke u.a.: ›Cäsar in der öffentlichen Meinung‹ (1979); ›Judenfeindschaft in der Antike‹ (1997).