Die Geschichte eines Sommers, vierzehn Jahre nach dem Krieg
Flensburg, 1959. Gustav Hasse, Pianist in einer Swing-und-Rock-′n′-Roll-Schülerband, verbringt die Sommerferien auf einem Campingplatz an der Geltinger Bucht. In Gedanken ist er bei Johanna, der Tochter einer aus Ostpreußen stammenden Miederwarenverkäuferin. Wenn da bloß die Ohrfeige nicht wäre, die er ihr aus Eifersucht gegeben hat. Er fühlt sich schuldig, doch was ist das für ihn – Schuld? Sein Kunstlehrer ist der Maler Gerhard Fritz Hensel, dessen Schwester Hedwig mit dem Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß verheiratet war; das weiß damals nur keiner. Mehr und mehr geht Gustav den ungeheuerlichen großen und kleinen Dingen auf den Grund. Ein Roman über Liebe, Schuld und allmähliches Begreifen, erzählt mit lakonischer Poesie.
»Ein hinreißender Erzähler.« Dirk Knipphals, die tageszeitung
»Missfeldts klarblickende Liebe zur Landschaft weiß nichts von Idylle, wie sie überhaupt niemals nur Landschaft, sondern ohne ihre Bewohner und ihre Geschichte nicht zu denken ist.« Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Jochen Missfeldt
Jochen Missfeldt, geboren 1941 in Satrup bei Schleswig, war Fliegeroffizier bei der Luftwaffe und studierte dann Musikwissenschaft und Philosophie. Er veröffentlichte die Romane ›Solsbüll‹, ›Gespiegelter Himmel‹, ›Steilküste‹ und ›Sturm und Stille‹, außerdem Erzählungen, Gedichte und eine Biographie Theodor Storms. Im Jahr 2002 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, später auch den Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein, den Theodor-Storm-Preis der Stadt Husum sowie den Italo-Svevo-Preis. Jochen Missfeldt lebt in Nordfriesland.
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Missfeldt gelingt es, die Atmosphäre dieses zarten und doch so vernarbten Sommers kongenial einzufangen.
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Die Freiheit, die sich der Schriftsteller dabei genommen hat, das selbsterlebte zu montieren und zu kombinieren, um in Archiven gefundenes und ausgedachtes zu ergänzen, macht die Solsbüll-Tetralogie zum eindrucksvollen Panorama deutscher
Kriegs- und Nachkriegsgeschichte.
Fridtjof Küchemann ()