»Jetzt habet allesamt Achtung Leut
Und hört was wir vorstellen heut!
Ist als ein geistlich Spiel bewandt
Vorladung Jedermanns ist es zubenannt…«
Ein Mysterienspiel
An der alten »Geschichte von Jedermanns Ladung vor Gottes Richtstuhl« hat Hofmannsthal vor allem gereizt, dass sie »als menschlich absolut, keiner bestimmten Zeit angehörig, nicht einmal mit dem christlichen Dogma unlöslich verbunden« war. Nach vielfältigen Umarbeitungen wurde das Drama am 1. Dezember 1911 uraufgeführt.
Hofmannsthal gelang mit dem ›Jedermann‹ ein Stück, das den Stoff des frühneuzeitlichen Menschheitsdramas über die »treuherzige Wesentlichkeit der alten Sprache« zugleich modern und zeitlos gestaltet. Den Erfolg bestätigen bis heute die ›Jedermann‹-Aufführungen der Salzburger Festspiele, die mit der berühmten Inszenierung von Max Reinhardt 1920 ihren Anfang nahmen.
Hugo von Hofmannsthal
Hugo von Hofmannsthal, geboren am 1. Februar 1874 in Wien, wuchs sehr behütet auf und genoss eine sorgfältige Erziehung durch Privatlehrer. Er studierte Jura und Romanistik und promovierte im Jahr 1899. Der Lyriker, Dramatiker, Erzähler und Essayist fing bereits in jungen Jahren an zu schreiben und war gezwungen, damit den gesamten Lebensunterhalt der Familie zu bestreiten. Hofmannsthal starb am 15. Juli 1929 in Rodaun bei Wien, zwei Tage nachdem sich sein ältester Sohn Franz das Leben genommen hatte.
Bibliothek der Erstausgaben Buhlschaft Deutsche Literatur Gnade Gottes Gott und Teufel Klassiker modernes Drama Mysterienspiel Salzburger Festspiele Theaterstück