Neue Gedichte von Doris Runge zum 60. Geburtstag am 15. Juli 2003
der abendhimmel
ein geschlachteter hahn
gefährlicher übermut
die götter zu wecken
mit einem schrei
'Es sind Abbreviaturen, diese energischen Abkürzungen einer weitschweifigen Welt, die der Poesie von Doris Runge ihren eigentümlichen Reiz verleihen.' (Jochen Hieber) Die schmalen Verse, herb, nicht ohne Ironie, bleiben einem weit über die Lektüre hinaus im Sinn. Kein Ich wird hier ausgestellt, sondern in Bildern gemalt, worin sich das Vergehen der Zeit, die Vergänglichkeit des Lebens manifestiert. In fragmentarischer Dichte entwickelt diese Lyrik ihre schwebende Anmut.
Doris Runge
"Äußerste Reduktion der Sprache, gepaart mit Anleihen aus Märchen und Sagen, ist das Hauptmerkmal der Gedichte. Durch dieses Verfahren gewinnen die einzelnen Worte und Fügungen nicht selten eine Dimension, die das Allgemeine zum Sinnbild vertiefen."
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