Zwischen tiefen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Krisen und Phasen des wirtschaftlichen Booms und sozialpolitischer Innovation
Das Jahr 1914 war für viele Menschen der Beginn einer neuen Zeit. Im Ruhrgebiet markiert es zudem einen tiefen Einschnitt in der regionalen Entwicklung. Die junge Industrieregion hatte ihre äußeren Grenzpunkte und damit ihre heutige geografische Gestalt erreicht. Gleichzeitig endete eine jahrzehntelange Phase ungebrochenen industriellen und demografischen Wachstums. Nun begann eine instabile Zeit, in der sich tiefe politische, soziale und wirtschaftliche Krisen mit Phasen des wirtschaftlichen Booms und sozialpolitischer Innovation abwechselten. Im Ruhrgebiet schienen sich Gegenwart und Zukünfte der Industriemoderne wie in einem Laboratorium studieren zu lassen. Die Suche nach dem modernen Industriemenschen in den 1920er Jahren führte zur Entdeckung des „Ruhrgebietlers“ in den 1960er Jahren.
Hans-Christoph Seidel
Hans-Christoph Seidel ist Geschäftsführer des Instituts für soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum und der Stiftung Geschichte des Ruhrgebiets.
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