Von den Werwölfen bis zum NSU: die erste umfassende Geschichte des Rechtsterrorismus
Als sich Beate Zschäpe am 8. November 2011 der Polizei stellt, spricht mit einem Mal ganz Deutschland über den NSU, das Versagen der Sicherheitsbehörden und die realen Gefahren des Rechtsterrorismus . Doch rechte Gewalt ist weder ein neues noch ein vereinzeltes Phänomen - vielmehr prägt sie die Bundesrepublik seit deren Gründung. Barbara Manthe beleuchtet die Aktivitäten des rechtsradikalen Untergrunds im Spiegel der gesellschaftlichen Debatten und Erschütterungen, die sie hervorriefen. Es ist eine lange, vielfach verdrängte Geschichte, die sich bis heute fortschreibt.
"Da steht der Feind - und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!" verkündete Reichskanzler Joseph Wirth 1922 in seiner Reichstagsrede nach dem Attentat auf Walther Rathenau. Auch Jahrzehnte später sollte diese Warnung noch wiederholt werden, oftmals ungehört. Bombenanschläge in der Nachkriegszeit, das Oktoberfestattentat, die Mordserie des NSU, die Anschläge in Halle und Hanau: Rechtsterrorismus begleitet die Bundesrepublik seit ihren Anfängen und erschüttert sie bis heute. Im Visier stehen Juden und Jüdinnen, Migrantinnen und Migranten, Linke, Feministinnen, Wohnungslose und die Idee einer offenen Gesellschaft selbst. Von der bürgerlichen Mitte wie der Politik oftmals unterschätzt oder ignoriert, fordert der Hass gegen alles «Fremde» zahlreiche Opfer. Barbara Manthe gibt erstmals einen Überblick über die Geschichte rechtsterroristischer Gewalt in der Bundesrepublik: Sie zeichnet nach, wie Täter Netzwerke bilden, wie Politik und Gesellschaft zwischen Verharmlosung, Ignoranz und entschiedener Gegenwehr schwanken - und wie sehr die Verhandlung darüber, was uns bedroht, unser Selbstverständnis als Gesellschaft prägt.
Barbara Manthe
Barbara Manthe ist eine deutsche Historikerin und Autorin, die zu Rechtsextremismus und Neonazismus forscht. Sie veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge zur Gewaltgeschichte der BRD und lehrt an der Universität Bielefeld. 2024 leitete sie dort das DFG-Forschungsprojekt "Rechtsradikale Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland, 1949 bis 1990".
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"Barbara Manthe beleuchtet ... präzise, detailliert und kenntnisreich einen fast ausnahmslos unerfreulichen Ausschnitt der Gesellschaftsgeschichte der Bundesrepublik ... wirft mit ihrem Buch einen unnachsichtigen Blick nicht nur auf die historische Dimension rechter Gewalt. Er kommt zur richtigen Zeit."
Süddeutsche Zeitung, Cord Aschenbrenner
"Die Historikerin Barbara Manthe rekonstruiert diese verdrängte Geschichte von den Nachkriegsjahren über das Oktoberfestattentat bis zu den Anschlägen von Halle und Hanau"
Sachbuchbestenliste von Deutschlandfunk Kultur, ZDF und DIE ZEIT, Platz 5, April 2026
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