Luis-Miguel Herrmann Herrmann Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft

Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft

von Luis-Miguel Herrmann

Eine Analyse zum Trend der Verpolizeilichung sozialer Probleme und den Möglichkeiten von Polizeireformen

EUR 99,80

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Beschreibung

Wie entstehen gesellschaftliche Vorstellungen von Kriminalität? Wer entscheidet darüber, was als Gefahr, Ordnungskonflikt oder Sicherheitsproblem gilt? Solche Fragen stehen im Zentrum dieser Studie zur polizeilichen Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass gesellschaftliche Problemlagen zunehmend unter sicherheits- und kriminalpolitischen Vorzeichen verhandelt werden und damit in den Horizont polizeilicher Bearbeitung geraten. Der Autor untersucht den Trend der Verpolizeilichung sozialer Probleme. Gemeint ist ein Prozess, in dem Konflikte, Unsicherheiten und Formen sozialer Abweichung verstärkt als Fragen von Sicherheit, Ordnung und Kriminalität interpretiert werden. Die Polizei erscheint dabei nicht nur als ausführende Instanz staatlicher Kontrolle, sondern als Akteurin in komplexen Deutungszusammenhängen, in denen kriminalpolitische Diskurse, organisationale Wissensbestände und gesellschaftliche Erwartungen miteinander verschränkt sind. Aus kriminalsoziologischen, diskurs- und organisationsanalytischen Perspektiven rekonstruiert die Studie dieses Zusammenspiel. Sie zeigt, wie polizeiliche Wissensbestände, organisationale Routinen und kriminalpolitische Diskurse zusammenwirken und dazu beitragen, bestimmte gesellschaftliche Problemlagen als polizeilich relevant zu markieren. Damit rückt die Arbeit die Polizei nicht nur als Institution, sondern als Bestandteil umfassender Sicherheitsordnungen und gesellschaftlicher Deutungskonstellationen in den Blick. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den institutionellen Bedingungen polizeilichen Handelns. Die Untersuchung zeigt, wie Polizeikultur, organisationale Selbstverständnisse und kriminalpolitische Erwartungshaltungen spezifische Formen der Problembearbeitung stabilisieren. Dadurch eröffnet sie eine neue Perspektive auf die Rolle der Polizei in der Sicherheitsgesellschaft und auf die Wechselwirkungen zwischen politischer Sicherheitsproduktion, polizeilicher Praxis und gesellschaftlichen Deutungsmustern. Abschließend widmet sich die Studie den Möglichkeiten und Grenzen von Polizeireformen. Sie fragt, unter welchen Bedingungen Reformansätze wirksam werden können und wo organisationale Dynamiken, institutionelle Interessen oder kriminalpolitische Diskurse Veränderungen begrenzen. Das Buch richtet sich an die kriminologische und sozialwissenschaftliche Forschung ebenso wie an Leserinnen und Leser, die sich für Polizei, Sicherheitspolitik und Kontrolle staatlicher Macht in Demokratien interessieren.

Autor*in

Luis-Miguel Herrmann

Themen in »Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft«

Polizei Definitionsmacht ATKAP Polizeiforschung Verpolizeilichung Polizeireform Sicherheitsgesellschaft Kriminologie

Stimmen zu »Die polizeiliche Definitionsmacht in der Sicherheitsgesellschaft«

Details

ISBN: 9783339149145
Verlag: Kovac, Dr. Verlag
Erscheinung: 05.2026

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