Allabendlich steigt sie in den Keller unter der Bühne hinab, nimmt ihren Platz im Souffleusenkasten ein: die Souffleuse - die Frau im Hintergrund, die für alle Zuschauer unsichtbar darüber wacht, dass das Geschehen auf der Bühne seinen Gang nehmen kann. Friederike Kretzen ist mit ihrem ironisch und mit Nüchternheit erzählten Roman eine Metapher für weibliche Existenz gelungen: domestiziert, im Besitz der Wahrheit, aber unfähig, sie für sich selber zu nutzen.
Friederike Kretzen
20. Jahrhundert Deutschsprachige Literatur Frau Gesellschaft Liebe
"Doch während die Autorin den wortgewaltigen Fluchtversuch der Souffleuse an der "Ängstlichkeit des Fleisches" scheitern lässt, hat sie selbst die Ambivalenz von Todessehnsucht und Lebensgier zur Form befreit, in Literatur gewandelt." Andrea Köhler, Neue Zürcher Zeitung, 23.03.1989
()