Tierno, Sohn einer Kubanerin und eines Guineers, weiß nichts von der Liebesgeschichte seiner Eltern. Als er nach Havanna kommt, um dem Schicksal seiner Mutter nachzuspüren, hat er nicht mehr als ein Foto von ihrem Grab in der Hand und den Anfang eines Liedes im Kopf. Sie hat es oft gesungen, bevor sie ihn als Kind im Land seines afrikanischen Vaters zurückließ. Gleich bei seiner Ankunft in Havanna drängt ihm der Fremdenführer und Geheimdienstspion Ignacio seine Dienste auf, besorgt ihm eine Wohnung, macht ihn vertraut mit Bars, Frauen und Rum und entdeckt in ihm einen begnadeten Tänzer mit tiefem Gefühl für die kubanische Musik. Als Tierno die Suche nach der Geschichte seiner Mutter aufnimmt, tritt er Entwicklungen los, die bald die höchsten Kreise der kubanischen Gesellschaft erreichen.
Tierno Monénembo
Tierno Monénembo (*21. 07.1947 in Guinea) floh 1969 aus seiner diktatorisch regierten Heimat in den Senegal. Nach seiner Promotion in Biochemie in Lyon arbeitete er an den Universitäten von Saint-Étienne und Caen. Ab 1979 erschienen seine Romane, die vielfach ausgezeichnet wurden. Le Terroriste noir (2012) stand auf der Shortlist für den Prix Goncourt und wurde u. a. mit dem Grand Prix Palatine du Roman Historique und dem Prix Ahmadou-Kourouma geehrt. 2017 erhielt Tierno Monénembo den Grand prix de la francophonie der Académie française.
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»Kubas Hähne krähen um Mitternacht ist ein Spiel mit Klischees und Erwartungen. ›Zu gewissen Zeiten‹, schreibt Ignacio dem Freund, ›tritt die große Geschichte aus ihrer Sphäre, hockt sich in die Eckkneipe und stößt mit der kleinen an.‹ Und was sich daraus ergibt, ist eine Erzählung wert.«
Almut Seiler-Dietrich ()
»Tierno Monénembo hat ein Epos verfasst, das von der Oratur bis zum modernen Roman, von jambischen Rhythmen bis zu Elementen des Thrillers reicht.«
Lisa Ndokwu ()
»Der Autor kleidet die Machenschaften hinter der glänzenden Fassade des sozialistischen Guinea und des großen Vorbilds Kubas in die tragische und spannende Geschichte seines Protagonisten. Dabei besticht sein ironisch-metaphorischer Schreibstil.«
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»Die momentane Situation auf Kuba hat für mich noch kein Autor so gut beschrieben wie Monénembo. Jeder Kuba-Reisende sollte ein Exemplar im Handgepäck haben!«
Katrin Kuls ()
»Nach dem großen kubanischen Erzähler Alejo Carpentier hat wohl kaum ein Autor Kuba so lebensnah, so tiefgründig, so empathisch und gleichzeitig mit so viel philosophischem Background und so viel literarischer Qualität gezeichnet. Dieses Buch ist fraglos einer der besten Romane des Jahres.«
Günter Bielemeier ()