Als sich Niki Jumpei in den Dünen verliert, bieten ihm die Bewohner eines einsamen Dorfes ein Nachtquartier an – eine Hütte in einem Sandloch. Dort empfängt ihn eine junge Frau in geheimnisvoller Erwartung. Als er am nächsten Tag aufbrechen will, ist die Strickleiter verschwunden. Und durch alle Ritzen der Hütte dringt unablässig der Sand.
In den Sanddünen vor einem abgelegenen Dorf frönt Niki Jumpei seiner einzigen Leidenschaft: der Suche nach unentdeckten Insektenarten. Als die Nacht hereinbricht, bieten ihm die Dorfbewohner ein Nachtquartier an – sie seilen ihn in die Tiefen eines Sandlochs hinab, zu einer einzelnen Hütte. Dort empfängt ihn eine junge Frau in geheimnisvoller Erwartung. Die ganze Nacht über bleibt sie auf und schaufelt das Haus frei. Als der Mann am nächsten Tag aufbrechen will, ist die Strickleiter verschwunden. Und durch alle Ritzen der Hütte dringt unablässig der Sand.
Dieser Roman begründete Kobo Abes Ruhm und wurde in über zwanzig Sprachen übersetzt.
Kobo Abe
Kobo Abe, geboren 1924 in Tokio, war ein japanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. 1951 erhielt er für Das Verbrechen des Herrn S. Karuma den Akutagawa-Preis, den bedeutendsten Literaturpreis Japans. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1962 mit Die Frau in den Dünen, wofür Abe mit dem Yomiuri-Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 1964 folgte die Verfilmung des Romans, zu der Abe selbst das Drehbuch schrieb. Er war Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters. Er starb 1993 in Tokio.
»Abes faszinierende Beschreibung von Jumpeis Unglück ist herausragend. Dem Leser stockt bei den überwältigend kraftvollen Bildern des erstickenden Sandes selbst der Atem.«
James Kirkup ()
»Meisterhaft, wie der japanische Schriftsteller seinen namenlosen Antihelden schon auf der zweiten Seite sanft in ein ironisches Licht setzt, wenn er festhält, dass ein erwachsener Mann, der sich leidenschaftlich ›einer so sinnlosen Tätigkeit wie dem Sammeln von Insekten‹ verschreibe, einen seelischen Defekt haben müsse. Abe erzählt diese vom französischen Existenzialismus inspirierte Parabel in klaren, schlichten Sätzen, die zwischen trockener Wissenschaftlichkeit und der Einfachheit eines heißen Tages am Meeresstrand oszillieren.«
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»Kafka hatte das Schloss, Kobo Abe den Sand: Ein japanischer Klassiker der Moderne.«
Peter Pisa ()
»Eine vielschichtige Parabel, die Kobo Abe mit knappen, dichten Bildern und in einer von ihm seither nicht wiederholten Schlichtheit der Sprache in Szene gesetzt hat. Die zynisch-besessene Dorfbewohnerschaft ist die Gesellschaft. Der erstickende Sand ist die Umwelt. Der Mann und die Frau sind beide Opfer.«
Hisako Matsubara ()
»Kaum einer kann ein so absurdes Szenario so plausibel und vertraut erscheinen lassen wie Kobo Abe. Die Emotionen fangen den Leser im Körper des Protagonisten, in einem Labyrinth ohne Ausgang.«
Blake Butler ()
»›Die Frau in den Dünen‹, die mystische Geschichte eines Mannes, der in einer abgelegenen Sandgrube gefangen gehalten wird, erinnert eher an Kafka als an Kawabata.«
David Remnick ()
»Manche Bücher muss man einfach gelesen haben. Abes existentialistisches Meisterwerk ist eines davon – es belebt den Geist und geht unter die Haut.«
Kris Kosaka ()
»Kobo Abe hat das Dilemma der menschlichen Existenz eingefangen, jedoch wird Die Frau in den Dünen nie schwer. Während sich die Atmosphäre zuzieht, bleibt die Sprache stets perfekt geschliffen. Ein Klassiker der Phantastik, besser geht es kaum. Ein gewaltiges Buch, ein Knall, ein Sturm, ein Versinken. Oder kurz: Weltliteratur.«
Björn Bischoff ()
»Eine bezeichnend düstere und surrealistische Fabel.«
James Sterngold ()
»Eine einzige Interpretation wird diesem Werk nicht gerecht. Immer wieder muss der Leser seine Urteile und Prinzipien über den Haufen werfen. Anstatt einer ›Moral von der Geschicht‹ hinterlässt uns Abe eine Leerstelle, die wir selbst füllen müssen. Eine Herausforderung, von der man sich so schnell nicht abwenden wird.«
Ted Gioia ()