Ist er ein Lump, der Drehbuchautor Stasik, der mit der jungen Lara einen Sohn zeugt und doch von seiner Frau Lida nicht lassen kann? Ist er ein Narr, der 70-jährige Viktor Petrowitsch, der sich noch einmal Hals über Kopf verliebt? Und ist sie ein Miststück, die Ärztin, die einer besorgten Mutter sagt, ihre kleine Tochter habe einen Gehirntumor, obwohl sie genau weiß, dass das nicht stimmt? Der Mensch ist ein Rätsel, die Liebe nicht minder – das ist seit je das Thema der großen russischen Erzählerin Viktorija Tokarjewa. Auch Lumpen, Narren und Miststücken lässt sie poetische Gerechtigkeit widerfahren – genauso wie den übrigen unglücklich Liebenden, den nachsichtig Schweigenden und den unverzagten Kämpferinnen, von denen diese neuen Erzählungen handeln.
Viktorija Tokarjewa erzählt vom Leben auf der Datscha und dem Überlebenskampf in der Großstadt, von der Bohème und der ländlichen Armut, von unerwarteter Güte und der Bosheit der Menschen, von Schicksalsschlägen und glücklichen Wendungen, von der Gelassenheit des Alters und vom Ungestüm der Jugend. Und immer wieder von den Seltsamkeiten der Liebe.
Viktorija Tokarjewa
Viktorija Tokarjewa, 1937 in St. Petersburg (Leningrad) geboren, studierte nach kurzer Zeit als Musikpädagogin an der Moskauer Filmhochschule das Drehbuchfach. 15 Filme sind nach ihren Drehbüchern entstanden. 1964 veröffentlichte sie ihre erste Erzählung und widmete sich von da an ganz der Literatur. Sie ist heute eine der bekanntesten und erfolgreichsten Schriftstellerinnen Russlands und lebt heute in der Nähe von Moskau.
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»Die Tokarjewa kennt das Leben. Und sie schreibt darüber. Unausweichlich. Mit Kraft, Genauigkeit, Schmerz und Witz.«
Alice Schwarzer / Emma (Emma)
»Viktorija Tokarjewa schreibt wie die Transsibirische Eisenbahn auf Ecstasy – mit Volldampf in die herrliche Katastrophe.«
Doris Dörrie ()