Als Mitte des 19. Jahrhunderts alle Welt dem Ruf ›Go West‹ zu Gold und neuen Territorien folgte, machte sich Thoreau daran, eine andere Reiseroute zu entdecken: jene zum eigenen Ich. Ausgerüstet mit Hammer, Nägeln, gebrauchten Brettern und zwei Glasfenstern zog er am amerikanischen Unabhängigkeitstag an den Waldenteich direkt vor seinem Heimatstädtchen Concord/Massachusetts. Dort baute er für zwei Jahre, zwei Monate und zwei Tage eine Hütte – ein »Experiment«, keine Naturschwärmerei. »Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näher zu treten, […] damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte.« ›Walden oder Leben in den Wäldern‹ ist das Buch dieses Experiments. Thoreau zeigt darin, dass der Weg zu sich selbst bei den einfachen Dingen und einer gelasseneren Gangart beginnt. Kunstvoller Essay und erzählende Prosa in einem, von einer sprachlichen Unmittelbarkeit wie das Tagebuch, aus dem es entstand, ist Walden eine höchst vergnügliche Lektüre und ein veritables ›Handbuch des Glücks‹.
Wie soll und will ich leben? – Thoreau sucht eine Antwort auf diese Frage und zieht sich in eine Blockhütte am Walden-See zurück. ›Walden‹ ist das Buch dieses Experiments. Es bietet Wege zur Entschleunigung für alle, die sich nach Ruhe, Gelassenheit und bewusstem Nichtstun sehnen.
Henry David Thoreau
Henry David Thoreau, geboren 1817 in Concord, Massachusetts, verließ die Heimatstadt nur für seinen Studienaufenthalt an der Harvard University von 1833 bis 1837. Nach einigen Jahren Tätigkeit als Lehrer und als Privatsekretär Ralph Waldo Emersons bezog er 1845 eine selbstgebaute Blockhütte am Waldensee, in der er ›Walden oder Leben in den Wäldern‹ schrieb. Er engagierte sich bis zu seinem Tod gegen die Sklaverei. Thoreau starb 1862 an Tuberkulose.
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»Henry David Thoreau war modern mit allem – wie er lebte, was er schrieb. Ein Vordenker mit Begabung zum Handeln.«
Janina Fleischer / Leipziger Volkszeitung (Leipziger Volkszeitung)
»Thoreau war ein poetischer, scharfsinniger Autor, hochpolitisch, witzig. Ein Radikaler.«
Susanne Mayer / Die Zeit (Die Zeit)