»Das Glück, meine Herren, ist die teuerste Droge.« Davon kann Siegfried Blum, Kleinganove und fast 40, wahrlich ein Lied singen. Bislang hat er sich immer irgendwie durchschlagen können: etwa mit dem Verkauf gefälschter Ikonen oder Klassikern unter den Pornoheftchen. Doch diese sind ihm auf Malte durch räubernde Straßenkinder abhandengekommen, stattdessen sieht er sich plötzlich fünf Pfund reinstem Koks gegenüber, verpackt in Jumbodosen Rasierschaum. Was soll man als One-Man-Betrieb da schon machen – natürlich den Stoff so schnell wie möglich loswerden, ihn ja nicht anrühren, und dann die ersehnte Bar auf einer gemütlichen Südsee-Insel eröffnen. Leider gestaltet sich alles komplizierter als gedacht: der Verkauf, das Finger-davon-Lassen und sogar der Umgang mit der verführerischen Cora. So wird die Suche nach Käufern schnell zu einem Road Trip und zu einer Flucht, die Blum von Malta über Frankfurt bis nach Oslo führt – per Bahn, Auto und auch zu Fuß. Mit einem Nachwort von Dirk Stermann.
Eigentlich will Blum auf Malta nur seine Pornohefte verticken, doch dann ist er plötzlich in Frankfurt und im Besitz von 5 Pfund Koks. Das schnell verkaufen und die Strandbar auf der Karibikinsel eröffnen, denkt er sich. Doch dann kommt ihm etliches dazwischen: seine eigene Naivität, die einnehmende Cora, der undurchschaubare Mr Haq und die unzähligen, jedoch bargeldlosen Interessenten für seinen Schnee.
1984 verfilmt mit Marius Müller-Westernhagen. Mit einem Nachwort von Dirk Stermann
Der Kultroman und Durchbruch des einmaligen Jörg Fauser. Mit einem Nachwort von Dirk Stermann.
Jörg Fauser
Jörg Fauser wurde 1944 bei Frankfurt am Main geboren. Nach Abitur und abgebrochenem Studium lebte er längere Zeit in Istanbul und London. Er arbeitete u.a. als Aushilfsangestellter, Flughafenarbeiter, Nachtwächter. Ab 1974 widmete er sich hauptberuflich dem Schreiben. Seine Romane, Gedichte, Reportagen und Erzählungen sind eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Literatur. Jörg Fauser verunglückte 1987 in der Nacht nach seinem Geburtstag tödlich bei München auf der Autobahn.
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»Der Fauser-Sound ist suggestiv und gerade wegen der extremen Szenerie ungemein stimmungsfördernd.«
Helmut Böttiger / Republik (Republik)
»Ein ebenso empfindsamer wie weltzugewandter, vor allem aber literarisch präzise arbeitender Autor.«
Dirk Hohnsträter / WDR3 (WDR3)
»Ein Kultautor, ein Dichter, dessen Wirkmächtigkeit in Werk und Leben ihren Ausdruck findet, der also doppelte Verehrung erfährt.«
Michael Köhlmeier / ORF (ORF)
»Was er schrieb, brannte sich ein.«
Der Spiegel (Der Spiegel)