Zwischen Mürzzuschlag und Mariazell, an Kindheitsorten der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ist ihr Opus magnum, der Gespensterroman „Die Kinder der Toten“ situiert. Ebendort wurde 2017 im Rahmen des Festivals steirischer herbst der Versuch unternommen, Jelinek zu verfilmen. Mit Protagonisten aus der Obersteiermark, auf Super-8.
Die Dreharbeiten, die als eigenes performatives Projekt angelegt waren, wurden mit dem Nestroypreis 2018 ausgezeichnet, der von Ulrich Seidl produzierte Film, anlässlich seiner Weltpremiere bei den 69. Internationalen Filmfestspielen Berlin 2019 mit dem FIPRESCI-Preis der International Federation of Film Critics.
Das Buch „Die Untoten von Neuberg“ unternimmt nun als weiterer Bestandteil dieses vielteiligen Gesamtprojekts den Versuch, rund um die Fotos von Ditz Fejer, die fragile Beziehung zwischen Elfriede Jelinek, ihrem Hauptwerk, der Obersteiermark, ihrer Natur und Kultur in einem einprägsamen Versuch künstlerischer Landvermessung auszuloten – als eigenwillige Beschwörung von österreichischer „Heimat“. Denn: Die Kinder der Toten – das sind wir alle.
• Eine Nobelpreisträgerin als „Reiseführerin“ durch die Obersteiermark
• Erwandern Sie Weltliteratur – mit Lebenden und Untoten
• 150 Setfotos aus der Region zwischen Mürzzuschlag und Mariazell
Andreas Peternell
Andreas R. Peternell, 1971 in Leoben geboren, lebt als Kulturarbeiter und Redakteur des Feuilletonmagazins schreibkraft in Graz. Er war Pressesprecher der Österreichischen Buchmesse und langjähriger Leiter der Kommunikations- und Marketingabteilung des steirischen herbst. Buchpublikationen unter anderem zum Marktwert von Literatur, politischen Strategien in der Kunst oder den „drängendsten Fragen der Popmusik“.
Elfriede Jelinek Neuberg Steiermark Ulrich Seidl steirischer Herbst