Es ist ein Merkmal unserer Zeit, dass man versucht Risiko rational zu kalkulieren. Voraussetzung dafür ist ein gewisses Maß an Normalität, kurz gesagt: ein „business as usual“. Manchmal stößt jedoch die Berechenbarkeit von Risiken an ihre Grenzen. Das war 1945 der Fall, denn der Nationalsozialismus hatte nicht nur Tod und materielle Zerstörung zu verantworten, sondern auch europaweit die Eigentums- und Rechtsverhältnisse schwer in Mitleidenschaft gezogen. Der lange Weg zur Normalität war daher „unusual business“ im wahren Sinn des Wortes. 1945 befand sich die österreichische Versicherungswirtschaft in einer „systemic crisis“, bei der die ganze Branche gefährdet war. Das vorliegende Buch zeigt allgemein den Wiederaufbau dieses Wirtschaftsbereiches bis Ende der 1950er Jahre und geht dann speziell auf Bilanzanalysen und die Steuerproblematik dieser Epoche ein.
Dieter Stiefel
Dieter Stiefel Professor for Social and Economic History at Vienna University, Austria. Executiv Director of the Vienna Schumpeter Society and the Schumpeter Program Harvard/Austria. Research Fellowships at Cambridge University/England, Harvard University and UC Berkeley. Author of Books on European Economic History, the Great Depression, Business and Banking History, Nationalisation and Privatisation, Histroy of Bankruptcy, Marshall Plan, Denazification and Holocaust Era Assets.
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