Die Evangelischen Akademien erwarben sich bereits in der unmittelbaren Nachkriegszeit einen besonderen Ruf als Stätten freimütiger Diskussionen über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur. Zu den Tagungen versammelten sich protestantische Eliten, um tagesaktuelle Sachfragen und deren ethische Fundamente zu erörtern. Die zur "Sozialen Marktwirtschaft" hinführenden Gespräche über die Wirtschaftsverfassung der entstehenden Bundesrepublik eröffneten für die Akademien den Rahmen, in dem sie sich als die herausragenden evangelischen Institutionen zur Wahrnehmung der kirchlichen Öffentlichkeitsverantwortung etablieren konnten. Der damit hergestellte Zusammenhang zwischen Kirche und allgemeiner Gesellschaftspolitik macht Evangelische Akademien zum Spiegel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Studienreisen-Unternehmen.
Jochen-Christoph Kaiser
Evangelische Akademie Nachkriegszeit (Weltkrieg II)