Während für Länder wie Frankreich, die Niederlande oder Österreich bereits umfangreiche Forschungen zum nationalsozialistischen Kunstraub und -handel vorliegen, blieb Italien – wohl aufgrund seiner historischen Sonderrolle – bislang weitgehend von der Forschung unbeachtet. Die vorliegende Studie analysiert daher erstmals systematisch die deutschen Kunsthandelsaktivitäten in Italien zur Zeit des Nationalsozialismus.
Im Zentrum der Analysen stehen die politischen, ökonomischen, juristischen und ideologischen Bedingungen der Kunsterwerbungen in Italien sowie die relevanten Akteure aus Politik, Kunsthandel und Wissenschaft innerhalb des deutsch-italienischen Achsenbündnisses. Deren Aktivitäten und Handlungsspielräume lassen ein bislang unterschätztes Entgegenkommen auf italienischer Seite deutlich hervortreten.
Ergänzt wird die Studie durch einen Kommentar zum Restitutionsgeschehen nach 1945 sowie ein Plädoyer für einen transparenten Umgang mit den behandelten Provenienzen. Sie stellt damit eine grundlegende Untersuchung zur italienspezifi schen Kunstmarkt- und
Provenienzforschung dar und leistet zugleich aus kulturpolitischer Perspektive einen neuen Beitrag zur deutsch-italienischen Zeitgeschichte.
Katharina Hüls-Valenti
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