Der „Dritte Humanismus“ lässt sich als eine ganzheitliche, nationalpädagogische Strömung in Reaktion auf die Modernekritik in der Nachfolge Nietzsches begreifen. Auf der Basis eines vitalistisch verstandenen Griechentums sollte durch Amalgamierung ästhetischer, kulturkritischer und politischer Überlegungen, vermittelt durch eine humanistische Paideia, neuer Sinn für die Gegenwart und ein künftiges „Deutschtum“ entstehen. Durch den Rückgriff auf Denkmuster der Zeit um 1800 gehört er in die Wirkungsgeschichte der Weimarer Klassik, durch die Bereitstellung von Anknüpfungsmöglichkeiten für die NS-Bildungspolitik in die mentale Vorgeschichte des „Dritten Reichs“.
Barbara Stiewe
George, Stefan Greekness Jaeger, Werner Reception History of Weimar Classicism Spranger, Eduard Griechentum Rezeptionsgeschichte Weimarer Klassik George, Stefan Spranger, Eduard Jaeger, Werner