Die Poetik des Satyrspiels untersucht das Verhältnis des Satyrspiels zur Tragödie, respektive seine Funktion in der tragischen Tetralogie, sowie die Art und Weise, wie diese in den Dramen thematisiert wird. Als viertem Element im tetralogischen Zusammenhang kommt dem komischen, von seinem immergleichen Chor dionysischer Satyrn geprägten Satyrspiel eine besondere Rolle zu: Das Satyrspiel ist das Gefäß, in dem die Tragiker ihr Schaffen der komischen Reflexion unterziehen. Gegenstand der Reflexion ist u.a. Dionysos und dessen in der Tragödie vernachlässigte komische, heitere Seite. Die Tragödienreflexion im Satyrspiel zeigt sich in verschiedenen Aspekten der Stoffwahl und Formgebung: So werden etwa Stoffe behandelt, die sich strukturell an den Mythen über den Widerstand gegen Dionysos orientieren, und es bilden sich distinkte chorische Formen aus, die als Auseinandersetzung mit der Tragödie und ihrem Einsatz dramatischer Mittel zu begreifen sind. Es wird das gesamte überlieferte Corpus des Satyrspiels untersucht und in die Überlegungen zur Poetik der Gattung einbezogen. Ausführliche Einzelkommentare zu Euripides' Kyklops und weiteren umfangreich erhaltenen Stücken sowie ein kommentiertes Repertorium typischer Satyrspiel-Motive runden das Buch ab.
Rebecca Lämmle
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