»Zsömle trage er im Herzen« – der neue Roman des Literaturnobelpreisträgers
In »Zsömle ist weg« überrascht László Krasznahorkai mit einem Roman voll milder Melancholie, sarkastischem Humor und großer Seltsamkeit.
Wer vor der Politik flieht, den sucht sie heim. Onkel Józsi hat alles getan, um vor den Augen der Welt zu verschwinden, seine Familie und seine Herkunft hat er geheim gehalten: Er ist Spross einer jahrhundertealten Adelslinie, die auf verschlungenen Wegen bis Dschingis Khan zurückreicht. Sogar Anspruch auf den ungarischen Thron könnte er erheben, aber er will sich nicht in die Politik einmischen und lebt, wie alle seine Vorfahren, im Verborgenen.
Bis er von einer merkwürdigen Schar vermeintlicher Anhänger aufgespürt wird – von unverbesserlichen Monarchisten und verschrobenen Archivaren. Mit Ungarn gehe es bergab, der Glanz sei dahin, alles sei verloren, da sind sich alle einig. Als sie ihre Pläne enthüllen, zerreißt das Gespinst. Die Nähte des Lebens sind verschlissen, die Gedanken jagen sich im Kreis, das Glück gibt es nur noch retrospektiv. Bleibt nur die Flucht …
In seiner episch-melodischen Sprache, die sich dem Schlusspunkt verweigert und wie ein fließender Strom voranschreitet, erzählt László Krasznahorkai in »Zsömle ist weg«, seinem neuen Roman, die Geschichte eines geheimen Thronfolgers, der im politischen Wirrwarr der ungarischen Gegenwart für stabile Verhältnisse sorgen soll – und der nicht bereit ist, diese Verantwortung zu übernehmen.
»Es ist gut, wenn es in Zeiten wie diesen Autoren wie László Krasznahorkai gibt. Es ist wunderbar, dass einer wie er den Literaturnobelpreis erhält.«
Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung
»Krasznahorkais Bücher sind eine Welt für sich. […] Wer einmal in sie eingetaucht ist, wird sie nicht so schnell wieder los.«
Gerrit Bartels, Der Tagesspiegel
László Krasznahorkai
»Jedes meiner Bücher soll die literarische Landkarte verschieben«, sagt László Krasznahorkai, dem 2015 der International Man Booker Prize verliehen wurde. 1954 in Gyula/Ungarn geboren, gilt er als einer der innovativsten Schriftsteller Europas, dessen Romane »Satanstango« und »Melancholie des Widerstands« überall auf der Welt begeistert aufgenommen werden. Die internationale Beachtung begann jedoch 1993 in Deutschland mit dem SWR-Bestenliste-Preis für »Melancholie des Widerstands«. In den letzten Jahren erschienen die Erzählbände »Seiobo auf Erden« (Brücke-Berlin-Preis und Literaturpreis Leuk 2010) sowie »Die Welt voran« (2014). Für seinen Roman »Baron Wenckheims Rückkehr« (2018) wurde er mit dem National Book Award 2019 for Translated Literature ausgezeichnet. 2021 erhielt er den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur sowie 2024 den spanischen Literaturpreis Prix Formentor. 2025 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Zuletzt erschienen der Roman »Herscht 07769« und der Erzählband »Im Wahn der Anderen«. Heute lebt László Krasznahorkai in Triest, Italien.
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[...] gewunden, leichtfüßig, in Schleifen sich weg- und dann wieder zurückbewegend zum Ausgangspunkt. Ein kluges Buch [...] [u]nd ein schönes zugleich.
Anja Falgowski ()
Man fliegt mit größtem Vergnügen durch seine Endlossätze
Christian Bos ()
Ein ebenso witziger wie scharfsinniger Roman
()
Falls es irgendwelche Zweifel gegeben haben sollte, ob [...] Krasznahorkai wirklich ein nobelpreiswürdiger Weltliteratur ist, dürften sie mit diesem neuen Roman endgültig ausgeräumt sein.
Matthias Heine ()
Niemand versteht sich besser als Krasznahorkai auf die Manipulation des Erzählflusses.
Ronald Pohl ()
[...] Krasznahorkai [findet] treffende Worte und herrlich endlose Sätze [...] für die politischen wie psychologischen Verblendungen unserer Zeit
Arno Frank ()
›Zsömle ist weg‹ ist ein so komisches wie trauriges Buch.
Jörg Magenau ()
[...] ein tolles Buch
Jan Ehlert ()
Es stimmt ja, man darf nicht so viel loben, [...] [a]ber hier, im Fall dieser ungeheuer guten Literatur, käme jedes Herummäkeln einer frechen Lüge gleich.
Adam Soboczynski ()
[...] bisweilen abgrundtief bitterböse und grotesk, wird in der für ihn so charakteristischen rhythmisch-elliptischen Prosa erzählt, in atemlosen und zugleich eindrücklichen Bewusstseinsströmen.
Niels Beintker ()
Gerade das satirisch und sarkastisch Aufgehellte illuminiert hier das das dunkel Irrlichternde.
Gregor Dotzauer ()
Es ist ein Traumwandeln durch die Geschichte Ungarns und die Labyrinthe des Ichs.
Paul Jandl ()
[...] eine muntere Burlesque, die der hoffnungslos scheinenden Gegenwart mit parodistischem Humor begegnet und keinen Raum fürs Jammern lässt
Welf Grombacher ()
Und immer wieder ist man außer sich, was diese reißenden Satz-Ströme transportieren. Krasznahorkai zu lesen versetzt einen in einen Ausnahmezustand, wird zu einer Ekstase.
Cornelius Hell ()
[...] [zeigt noch einmal], was große Literatur ist. Dass sie ganz einfach ist. Dass sie es immer möglich macht, für einen armen Dummkopf eine Träne zu vergießen.
Judith von Sternburg ()
[...] In jedem Fall ist es eine tragische Geschichte über den klaffenden Abgrund, der sich in der Gesellschaft und in der Wunschökonomie der Menschen auftut.
Jörg Magenau ()
[...] ein so komisches wie trauriges Buch.
Jörg Magenau ()
[...] reißt [...] einen auf den Stromschnellen sprachlicher Eigenheiten [...] fort in neue unwiderstehliche Absurditäten
Stefan Kister ()
Krasznahorkais verfremdete Wirklichkeitsvision sind der Gegenzauber zu dem utilitaristischen Hokuspokus, der gerade überall an die Macht drängt
Stefan Kister ()
Man fühlt sich als Passagier auf einem Floß im Strom der Erzählung
Uwe Sauerwein ()
Mit […] seiner freundlichen Ironie und seinem Interesse für den Moment, [...] fügt sich ›Zsömle ist weg‹ gut ins Gesamtwerk des diesjährigen Literaturnobelpreisträgers ein.
Tilman Spreckelsen ()
Krasznahorkais Prosa lässt im Inneren seiner Figuren die weltpolitischen Verhältnisse aufleuchten und führt in den zwischenmenschlichen Beziehungen die Grunddynamiken politisierbarer Gefühle vor Augen.
Daniel Graf ()
In seiner charakteristischen episch-melodischen Sprache, die [...] wie ein fließender Strom voranschreitet.
Sven Trautwein ()
Immer wenn man glaubt, man kann es in irgendeiner Weise interpretieren, klappt sich die nächste Deutungsebene aus.
Eva Menasse ()
Einfach wunderbar.
Wolfram Eilenberger ()
Das ist natürlich von einer literarischen Virtuosität, wie man sie wirklich ganz, ganz selten hat und auch von Heike Flemming kongenial übersetzt.
Thea Dorn ()
[...] einer der burleskesten, lustigsten und fantastischsten Romane, die ich seit ganz langer Zeit gelesen habe
Adam Soboczynski ()