Ingeborg-Bachmann-Preis 2026 für Lena Schätte!
»Motte« wird die Ich-Erzählerin von ihrem Vater genannt. Der Vater ist Arbeiter, Spieler, Trinker. Eigentlich hat Motte sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann, beim Spielen alle Verstecke kennt und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen, der von der Werkshalle ins Büro versetzt wird, damit er sich nicht volltrunken die Hand absägt. Und das mit dem Alkohol, sagt die Mutter, war eigentlich bei allen Männern in der Familie so.
Auch Motte trinkt längst mehr, als ihr gut tut. Schon als Kind hat sie beim Schützenfest Kellnerin gespielt und die Reste getrunken, bis ihr warm wurde. Jetzt, als junge Frau, schläft sie manchmal im Hausflur, weil sie mit dem Schlüssel nicht mehr das Schloss trifft. Ihr Freund stützt sie, aber der kann meistens selbst nicht mehr richtig stehen. Nur ihr Bruder, der Erzieher geworden ist, schaut jeden Tag nach ihr. Als bei ihrem Vater Krebs im Endstadium diagnostiziert wird, sucht Motte nach einem Weg, sich zu verabschieden – vom Vater und vom Alkohol.
»Das Schwarz an den Händen meines Vaters« von Lena Schätte ist ein bewegender Roman über das Aufwachsen in einer Familie, die in den sogenannten einfachen Verhältnissen lebt und die zugleich, wenn es darauf ankommt, zusammenhält. Es ist ein harter, zarter Roman über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben.
»Die Wucht des sich behutsam entfaltenden Textes trifft unmittelbar.« Aus der Begründung zur Verleihung des W.-G.-Sebald-Preises
Über die Liebe zu einem schwierigen Vater und den Weg ins Leben
Lena Schätte
Lena Schätte, geboren 1993 in Lüdenscheid, debütierte 2014 mit dem Roman »Ruhrpottliebe«. In den Folgejahren arbeitete sie als Psychiatriekrankenschwester im Ruhrgebiet, bis sie 2020 ein Studium des Literarischen Schreibens am Deutschen Literaturinstitut Leipzig aufnahm. Für einen Ausschnitt aus dem Roman »Das Schwarz an den Händen meines Vaters« erhielt Lena Schätte den W.-G.-Sebald-Literaturpreis 2024, der Roman stand 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und wurde mit dem Förderpreis Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. 2026 erhielt Lena Schätte den Ingeborg-Bachmann-Preis.
Familienroman Alkoholismus Vater-Tochter-Geschichte Kindheit und Jugend Milieugeschichte Ruhrgebiet prekäre Verhältnisse Prekariat Sauerland Vatergeschichte Longlist Deutscher Buchpreis 2025 Generationenübergreifender Alkoholismus Roman über Alkoholismus und Familie Erzählungen über Erwachsenwerden und Sucht Co-Abhängigkeit
[...] ein Dorfroman, ein Familienroman, ein Suchtroman. [...] voller Empathie und Liebe, der uns zeigt, es ist eben nicht jedes Leben golden. [...] Ein ganz, ganz großartiges Buch.
Elke Heidenreich ()
[...] ganz und gar erstaunliche Schriftstellerin [...], deren Sprache so direkt, dicht und zärtlich ist, wie man das nur sehr selten zu lesen bekommt [...].
Bernhard Heckler ()
[...] hart, direkt und doch zugleich zärtlich. [...] eine besondere erzählerische Kraft
Florian Illies ()
[...] Schätte gelingt Eindrückliches: Ihr Buch ist einfühlsam und präzise, tieftraurig und doch nie pathetisch. Ein Roman, der nahegeht, ohne kitschig zu werden.
Angelo Algieri ()
In wenigen Sätzen, vor allem auch im Unerzählten, spannt sich die Komplexität des Lebens auf.
Anna Vollmer ()
[...] hat mich sehr beeindruckt, dieses Buch.
Elke Heidenreich ()
So alkoholisiert und perspektivlos auch durch die Gegend gewankt wird, so nüchtern geschrieben und herausragend beobachtet ist dieser tolle Text.
Carsten Schrader ()
Man merkt, dass hier eine Schriftstellerin am Werk ist, die ihr Handwerk von Grund auf gelernt hat.
Maike Förster ()
[...] echte Literatur, prall gefüllt mit Leben [...]. Ein Sog entsteht, die Geschicht von Motte [...] ist so zwingend, so eindringlich, so wahrhaftig
Maike Förster ()
Unter der lässigen, lakonischen Sprache brodelt es. Manche Sätze treffen wie aus dem Nichts.
Leonie Pürmayr ()
Ein Buch, das in diesem Frühjahr eigentlich in aller Munde hätte sein können. Lest es jetzt im Sommer, ihr werdet es nicht bereuen!
Timothy Paul Sonderhüsken ()
[...] eine bewegende Auseinandersetzung mit dem Trinken, Selbstakzeptanz, Fürsorge und Abschied.
Katrin Börsch ()
[...] Schätte schreibt knapp und sachlich – und so verdichtet, dass jeder Satz sitzt [...], es ist stets alles gleichzeitig da: Wut und Trauer, Zärtlichkeit und Liebe.
Annika Kern ()
[...] ein nüchternes Protokoll über volltrunkene Tage, [...] ein unsentimentales Stück über die Härten des Lebens, zugleich als bildhafte Schau weiblicher Resilienz [...].
Jan Drees ()
[...] von einer bemerkenswerten literarischen Kraft. [...] Lena Schätte [...] spricht uns alle an.
Maximilian Burk ()
[...] ungekünstelt und klar [...]: Die Stärke ihres Textes liegt in der Ambivalenz.
Tobias Rüther ()
[...] eine differenzierte und bewegende Auseinandersetzung mit Alkoholismus. Lena Schätte laviert stilsicher um Sentimentalität und Pathos herum.
Moritz Holler ()