Seit dem späten 20. Jahrhundert wurde die Architekturausbildung in Europa durch Faktoren wie politische Regulationen, eine zunehmende Internationalisierung, soziale und klimatische Transformationsprozesse und nicht zuletzt durch die rapide Digitalisierung massgebend verändert.
Heute schauen Architekturschulen, wie sie sich in diesem Umfeld durch Inhalte, Methoden der Wissenserzeugung und -vermittlung und auch durch Neustrukturierungen ihrer Organisationen positionieren können. Sie sind nicht mehr die einzigen Orte, an denen architektonische Fragestellungen verhandelt werden. Neue Einrichtungen der Wissensgenerierung und -reflexion sind in den letzten Jahren entstanden, die zu diesem neuen Typ der «Denkschule» gezählt werden können.
Neben dem Studium umfassen diese Einrichtungen auch die Vorbildung für Kinder und Jugendliche, Forschung und öffentliche Vermittlung als erweiterte Bereiche der Architekturausbildung.
Diese Publikation untersucht die Bedingungen, die diese «Denkschulen» prägen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden anhand einer vertieften Auseinandersetzung mit vier dieser «Schulen» überprüft: Die vom aut (architektur und tirol) initiierte Kunst- und Architekturschule «bilding» für Kinder und Jugendliche in Innsbruck, das neu gegründete Architekturinstitut Confluence (Confluence Institute for Innovation and Creative Strategie in Architecture) in Lyon, den Aedes Network Campus in Berlin und das europäische Forschungsprogramm InnoChain.
Peter Staub
Peter A. Staub ist Professor für Entwurf und Theorie, Leiter des Instituts für Architektur und Raumentwicklung sowie Prorektor für Aussenbeziehungen der Universität Liechtenstein. Sein Augenmerk in Forschung und Lehre liegt auf der kritischen Betrachtung, Darstellung und Vermittlung von Architektur und Städtebau.
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