Should buildings be self-contained works? Should they establish a connection to their context? Do the best buildings achieve both, manifest their own identity, and help to shape their environment?
Der vierte Sammelband der internationalen Conference on Architectural Criticism vermittelt zwischen der gelegentlich schwer verständlichen Welt der unantastbaren Architektur und der nach klaren Antworten suchenden Öffentlichkeit. Manche Bauwerke sind – ähnlich der modernen Kunst – zu eigenständigen Objekten entwickelt worden, die sich ausdrücklich von ihrer Umgebung abheben. Konträr dazu wird die Daseinsberechtigung einer Architektur oft aber auch rein aus ihrem Kontext abgeleitet. Die Texte in diesem Buch beleuchten die gesamte Bandbreite dieser massgeblichen Entwurfsmatrix.
Anhand von Beispielen von Denise Scott Brown, Álvaro Siza, Nzinga Mboup und von Lyndon Neri und Rossana Hu wird eindrucksvoll dargelegt, wie intensiv und erfolgreich zeitgenössische Architektur sich mit ihren Entwurfssprachen und kontextuellen Einbindungen auseinanderzusetzen vermag. Prominente internationale Architekt:innen und Architekturkritiker:innen belegen in fundierten Analysen, dass die moderne Entwicklung zur Abstraktion in der Architektursprache keineswegs ein Verstummen der Verständigung bedeuten muss, sondern im Gegenteil, dass gerade in manchen Fällen die Vereinfachung der Erscheinung Mehrdeutigkeit und Anschlussfähigkeit überhaupt erst ermöglicht.
Ruth Verde Zein
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