Julien Offray de La Mettrie (1709 in Saint Malo bis 1751 in Potsdam) studierte Medizin in Paris und promovierte 1733 in Rennes. Zwei seiner ärztekritischen Schriften wurden in Frankreich verbrannt, weshalb er in die Niederlande floh, wo er das berühmte Werk «L’homme machine» (1748) schrieb.
Dieses Buch der Aufklärung wird immer wieder als Referenz für die Neuzeit herangezogen, um die autonomen Funktionen der menschlichen Physis zu begründen und den Ansatz eines technoiden Menschenbildes – eines Mängelwesens, das es zu verbessern gilt – zu befeuern. Doch was meint La Mettrie mit seinem Maschinenmenschen, resp. seiner Menschenmaschine? In erster Linie setzt er den göttlichen Schöpfungswillen ausser Betracht, da die Physiologie des menschlichen Körpers automatisiert vonstatten geht (Blutkreislauf, Fieber, Verdauung, Liebeslust, menschliche Entwicklung und Geburt etc.). Zweitens opponiert La Mettrie aus demselben Grund gegen die Rationalität des Willens, denn vieles läuft im Körper ohne ein wirkmächtiges Ich.
Der Kultur- und Bildwissenschaftler Fritz Franz Vogel kombiniert und kontrastiert den 275-jährigen Text mit rund 270 historischen und zeitgenössischen Bildern zwischen sprechenden Enten, Roboterungeheuern und lebensechten Liebespuppen.
Fritz Franz Vogel
Maschinenmensch Menschmaschine Humanoi/Android/Automat