Es gibt Dinge, die so selbstverständlich sind, dass man tagtäglich an ihnen vorbeigeht, ohne sie wirklich wahrzunehmen, so auch beim Gang zur Post – sei es, um Briefmarken zu kaufen oder ein Paket abzugeben: Den Brunnen vor der Postfiliale, das Betonrelief im Eingangsbereich, das Kunstwerk in der Schalterhalle (siehe Titelbild) sehen wir dabei oft nicht. Dabei gäbe es einiges zu entdecken.
Als bundesstaatliche Einrichtung leistete der Postund Telegrafenbetrieb nämlich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen wichtigen Beitrag ans «Nation Building», wie Karl Kronig in seinem einleitenden Essay schreibt. Die Bautypologie reicht von ersten, repräsentativen Postpalästen über die seriöse «PTT-Moderne» der Zwischenkriegszeit bis zu den aufsehenerregenden Lösungen eines Theo Hotz in den 1970er Jahren.
Gleichzeitig bedeutet die Ausstattung von Postfilialen mit Kunstwerken stets auch praktische Kulturförderung – mit dem Anspruch, der Bevölkerung zeitgenössisches Kunstschaffen näherzubringen. Das Portfolio «Kunst am Bau» der Post CH AG umfasst heute gut 130 Werke und ist damit einzigartig. Zudem befinden sich in der Kunstsammlung der Post über 400 bedeutende Werke. Aktuell wird die Sammlung neu ausgerichtet und der Öffentlichkeit bewusst zugänglich gemacht. Im Interview erläutert Diana Pavlicek, Leiterin der Kunstsammlung der Post CH AG, was es damit auf sich hat.
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