In Anthologie Landschaft geht der Soziologe Lucius Burckhardt von einem problematisierten Landschaftsbegriff aus. Er fragt: Wieso sehen wir überhaupt die Umwelt als Landschaft, und wann? Und wer sieht sie so?
Das versammelte Material zu dieser Diskussion enthält dichterisch beschreibende wie analytische Texte, die Leserin oder der Leser merkt von selbst, wann direkt und wann auf der Meta-Ebene der Theorie gesprochen wird.
Jedem der neun Kapitel stellt Lucius Burckhardt einen kurzen Einstieg voran. Darin fasst er seine Vorstellungen und Erkenntnisse zusammen, setzt die herangezogenen Quellen in Beziehung und legt seine Sicht der Dinge in konzentrierter Form dar, bevor die originelle Sammlung von Texten das Feld auf lustvolle und zum Teil überraschende Weise wieder öffnet.
Lucius Burckhardts Landschaftsanthologie herauszugeben, gründet in der Überzeugung der Relevanz und Originalität seines Schaffens. Die ursprüngliche Fassung wurde mit Annotation, Paraphrasen, Randglossen und auch Widerspruch durch Personen aus mannigfaltigem Werkzusammenhang mit Lucius Burckhardt in die Gegenwart übertragen. Dies ermöglicht,
die Texte aus heutiger Sicht zu lesen und produktiv zu nutzen.
Günther Vogt
Günther Vogt ist 1957 in Liechtenstein geboren. Nach seiner Ausbildung an der Gartenbauschule Oeschberg in der Schweiz studierte er Landschaftsarchitektur am Interkantonalen Technikum Rapperswil. Seit dem Jahr 2000 Leiter der Vogt Landschaftsarchitekten mit Büros in Zürich, Berlin und London und seit 2005 hat er eine Professur für Landschaftsarchitektur an der ETH Zürich. Er machte sich international einen Namen durch die Zusammenarbeit mit Olafur Eliasson und den Architekten Herzog & de Meuron und erhielt unter anderem den Prix Meret Oppenheim des Bundesamtes für Kultur.
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