Wenn Schülerinnen und Schüler Geschichtsreferate für den Unterricht vorbereiten, nutzen sie selbstverständlich das Internet. Doch wie? Schreiben sie einfach aus Wikipedia ab?
Und falls ja, was hat das dann noch mit historischem Lernen zu tun? Die vorliegende Untersuchung befasst sich mit diesen Fragen. Es wurden mit über vierzig Schülerinnen und Schülern Gespräche geführt und ihr Suchvorgehen am Computer wurde aufgezeichnet. Zudem wurden über hundert einzeln und gemeinsam erstellte Dokumente im Hypertext-Format ausgewertet. Es zeigt sich, dass die Jugendlichen das Internet als geschichtskulturellen Fundus verstehen. Sie wählen narrative Fragmente aus, die sie kombinieren und in die Lerngemeinschaft übertragen. Sie wenden dabei Strategien des Verkürzens und Verknüpfens an: Sie löschen Bezüge zu Herkunft und Kontext oder machen sie mit Hyperlinks sicht- und nutzbar.
Jan Hodel
Dr. Jan Hodel studierte Geschichte, Journalistik, Geografie und Biologie in Freiburg (Schweiz), Basel und Berlin. Bis 2004 leitete er die Sparte «Web» bei ecos, einer Kommunikationsagentur für nachhaltige Entwicklung in Basel. Jan Hodel ist Mitbegründer von «hist.net» (gemeinsam mit Peter Haber) und arbeitet seit 2004 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Forschung und Entwicklung der Pädagogischen Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz.
Herkunft und Kontext Hypertext-Format Lerngemeinschaft Suchvorgehen