Am 26. Mai 1894 ging die Lokalbahn Grafing – Glonn in Betrieb. Zu dieser seit mehr als fünf Jahrzehnten abgebauten Bahn
hat der Eisenbahnautor Karl Bürger ihre Geschichte in dieser Broschüre porträtiert.
Diese Nebenbahn wäre wohl nicht gebaut worden, hätte nicht zu Beginn der 1890er-Jahre eine Schmetterlingsart riesige Waldflächen kahlgefressen – die „Nonne“. Infolgedessen mussten riesige Mengen des befallenen Holzes geschlagen und
abtransportiert werden – was in den bis dahin nicht gekannten Ausmaßen nur mit einer Bahn zu bewältigen war. Doch die Bahn nach Glonn kam zu spät. Als sie eröffnet wurde, war die Nonnenplage schon vorüber, weshalb man befürchtete, diese Lokalbahn
werde stets defizitär bleiben. Zur allgemeinen Überraschung entwickelten sich aber ihre Betriebsergebnisse recht positiv – bis in den 1950er-Jahren die Motorisierung einsetzte, die ihr den Niedergang bereitete. Und der war der Streckenführung geschuldet, die im Verkehr mit München einen erheblichen Umweg bedeutete. 1970 fuhren die letzten Schienenbusse, und 1971 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.
Wie die vorangegangenen Bücher des Autors enthält auch diese Publikation aussagekräftige Bilder. Das Werk taucht – mit Blick auf die Eisenbahn – ein in die von vielfachem Lokalkolorit durchwirkte Zeitgeschichte von der vermeintlich „guten alten Zeit“ (die es nie gegeben hat) bis zum Bau der Münchener S-Bahn, in deren Netz die Glonner Bahn nicht integriert wurde. Denn dem standen die ungünstige Trassierung der Strecke und ihre Einführung in die Abzweigstation Grafing Bahnhof entgegen, die dort ein immens teures Überwerfungsbauwerk erfordert hätte.
Die Broschüre bietet eine Zeitreise mit der Eisenbahn durch das Gäu zwischen Grafing, Moosach und Glonn.
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