Die Monographie von Andreas Wieser befasst sich intensiv mit der Ikonographie, den dargestellten Heiligen und dem theologischen Konzept. Der Bauherr, die Kirchengeschichte, Vorgängerbauten, die Teilung des Ortes und die städtebaulichen Zusammenhänge werden hinterleuchtet. Neben der Stileinordnung und der Zuschreibung an den Baumeister werden erstmalig Grundrisse von Vergleichsbauten im Originalmaßstab verglichen, Konstellationsanalysen durchgeführt und neben kunsthistorischen Aspekten auch statische Zwänge und Bauabläufe eruiert. Die bisher bekannten und neu durch Zuschreibung hinzugekommenen Künstler werden detailliert beleuchtet, teilweise erstmalig ihr Werk zusammengetragen und ihre Ausbildung und Entwicklung als Grundlage des Hilzinger Werks ergründet. Dabei werden die italienischen und gegenseitigen Einflüsse der barocken Meister über den gesamten süddeutschen Raum anhand zahlreicher weiterer Bauten aufgezeigt. Insbesondere die Verwendung von Vorlagen und deren Herkunft wird näher bestimmt. Aus den Erkenntnissen der Gesamtrenovation von 2014-16 zeichnet der Autor ein völlig neues Bild über die Farbigkeit und den Glanz barocker Räume.
Andreas Wieser
Andreas Wieser, Jahrgang 1971 ist freier Architekt und Stadtplaner. Von 1987 bis 2021 war er nebenberuflicher Organist in der Barockkirche St. Peter und Paul, Hilzingen. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit hat er sich in den vergangenen Jahrzehnten unter anderem auf die Renovation von denkmalgeschützten Objekten und insbesondere von Pfarrkirchen spezialisiert. Sein bisher umfangreichstes Projekt war über mehr als zehn Jahre hinweg die Gesamtrenovation der Barockkirche St. Peter und Paul in Hilzingen, die er federführend leitete.
Barockkirche Monographie Peter Thumb