Karl Finke zählt zu einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Tätowiergeschichte. Zusammen mit Christian Warlich gilt er als Protagonist der Tattoo-Szene Hamburgs in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Wie bei einigen seiner zeitgenössischen amerikanischen Kollegen ging das Ausüben des Tätowier-Handwerks bei Finke mit einer Arbeit im Zirkus einher. Bisher wurde er in ambivalenter Art und Weise beschrieben. Unter anderem als Profi-Sportler, ‚Freak‘, leidenschaftlicher Künstler oder Tätowierer vom alten Schlag im Begriff des Niedergangs. So scheint es, dass schon alles über Finke gesagt worden ist. Jedoch enthüllt die jüngste Wiederentdeckung seines Vorlagealbums der 1920er Jahre neue Aspekte seines Schaffens.
Der Text zu Finkes Buch No. 3 setzt sich zum Ziel, als Hilfe zur Analyse des Albums zu fungieren. Finkes Werk wird in der Kulturgeschichte kontextualisiert, mit einem besonderen Augenmerk auf Sideshow-Phänomene und tätowierte Attraktionen. Durch eine ikonographische Auseinandersetzung mit Finkes Zeichnungen werden angloamerikanische Einflüsse auf die deutsche Tätowierung ergründet. Des Weiteren wird in Kürze analysiert, welche Rolle Tätowierungen in der kollektiven Vorstellung der Weimarer Republik spielten. Vor allem anhand des Interesses von einigen Künstlern der Neuen Sachlichkeit, im Besonderen vom deutschen Maler Otto Dix.
During the ongoing research project 'Nachlass Warlich' on the history of tattooing, with a focus on Christian Warlich (1891−1964), an album of designs by the Hamburg tattooist Karl Finke (1866−1935) was stumbled upon at the Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden. This album is now published in conjunction with accompanying texts. The volume has been conceived and designed in cooperation with the Hochschule für Grafik und Buchkunst, Academy of Fine Arts Leipzig.
Length: approx. 160 pages, 82 pages reproduce the Finke album (colour illustrations), including over 180 tattoo designs.
Im Rahmen des laufenden Forschungsprojektes 'Nachlass Warlich' zur Geschichte der Tätowierung mit einem Fokus auf Christian Warlich (1891−1964) stieß man am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden auf ein Vorlagealbum des Hamburger Tätowierers Karl Finke (1866−1935). Dieses Buch wurde nun in Verbindung mit begleitenden Texten herausgegeben. Die Konzeption und Gestaltung des Bandes erfolgte in einer Kooperation mit der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Umfang ca. 160 Seiten, davon 82 Seiten Reproduktion des Vorlagealbums von Finke (Farb-Abbildungen) mit über 180 Tattoo-Designs.
Ole Wittmann
Adolf Spamer Altona Christian Warlich Hafen Hamburg Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde Karl Finke Kulturanthropologie Kunst Kunstgeschichte Kunsthandwerk Museum für Hamburgische Geschichte Otto Dix