Jörg Sellerbeck Sellerbeck Konzept für die behutsame Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck

Konzept für die behutsame Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck

von Jörg Sellerbeck

PIH-Konzept

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Beschreibung

Die Publikation ist die Dokumentation eines Konzepts der Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH), genannt PIH-Konzept, mit welchem der Nachweis erbracht werden soll, dass eine behutsame Entwicklung des altstadtnahen Hafenareals unter Einbeziehung seiner historischen Gebäude und Infrastruktureinrichtungen möglich ist. Die Projektgruppe Initiative Hafenschuppen (PIH) ist eine Arbeitsgruppe der Bürgerinitiative Rettet Lübeck (BIRL), dem Lübecker Denkmalverein, der sich seit 1975 für einen verbesserten Denkmalschutz und für die behutsame Entwicklung des Lübecker Stadtbildes einsetzt. Die Projektgruppe formierte sich infolge eines Bürgerschaftsbeschlusses vom September 2011, nach welchem der Abriss der historischen Hafenanlagen auf der Nördlichen Wallhalbinsel zugunsten der Vermarktung von Baugrundstücken für Luxuswohnungen und Gewerbe vorgesehen war. Unter dem Projektnamen KaiLine wurde nach dem Vorbild der Hamburger Hafencity das Ziel verfolgt, in unmittelbarer Altstadtnähe bis zu 85.000 m² neuer Bruttogrundfläche entstehen zu lassen. Dieses Vorhaben hätte zur Folge gehabt, dass ein das Stadtbild wesentlich prägendes Ensemble aus historischen Lösch-, Lade-, Transport- und Lagerstrukturen fast vollständig ausgelöscht worden wäre. Die PIH stellte sich zunächst der Aufgabe, eine kritische Öffentlichkeit herzustellen und über das städtische Vorhaben und seine negativen Auswirkungen zu informieren. Daraufhin schlossen sich der Initiative weitere Mitglieder an, die auf diversen Fachgebieten wie der Projektentwicklung, der Architektur, des Bauingenieurwesens, des Denkmalschutzes und des Rechtswesens versiert sind. Sie griffen das Ansinnen auf, dem städtischen Vorhaben ein Alternativkonzept gegenüberzustellen, das den Erhalt der nach Plänen von Hafenbauingenieur Peter Rehder zwischen 1885 und 1949 errichteten Bauwerke vorsieht und auch die Bedürfnisse der Altstadtinsel berücksichtigt. Mit diesem „Wallhalbinsel-Nord-Konzept“ (kurz: WHIN-Konzept) wurde im Mai 2012 der Nachweis erbracht, dass eine behutsame Entwicklung des Areals aus dem Bestand heraus und mit gesichertem wirtschaftlichen Erfolg für die Stadt möglich ist und zugleich Wohn-, Gewerbe- und Kultureinrichtungen Berücksichtigung finden können, die das Angebot der Altstadtinsel sinnvoll ergänzen. Zuvor war die Stadt in mehreren Anläufen bemüht gewesen, Investoren für den Kauf und die Entwicklung der Flächen zu einem neuen städtischen Quartier zu gewinnen. Den dritten Versuch, die von historischen Bauwerken geräumten Flächen meistbietend für eine Neubebauung zu veräußern, konnte die PIH schließlich durch intensive außerparlamentarische Überzeugungsarbeit und mit der Rückendeckung von über 20.000 Unterschriften besorgter Bürger abwenden. Impetus für die nun wieder aufgenommene Arbeit der Initiative Hafenschuppen war der auf den Stopp des KaiLine-Projekts folgende, am 26. September 2013 gefasste Bürgerschaftsbeschluss. Er besitzt den Wortlaut: „Bis zum 31. Dezember 2015 muss ein tragfähiges und wirtschaftliches Entwicklungskonzept unter jedenfalls weitestgehender Beibehaltung der jetzigen Hafenschuppen auf der gesamten Nördlichen Wallhalbinsel der Bürgerschaft entscheidungsreif vorliegen. Die Entwicklung erfolgt eigeninitiativ z. B. durch die Initiative Hafenschuppen. Die Stadt und ihre Gesellschaften unterstützen im üblichen Rahmen der Investorenbetreuung. Für das Gelingen des Konzeptes erforderliche B-Plan-Änderungen erfolgen dann. Sollte bis zum 31. Dezember kein entscheidungsreifes Verwirklichungskonzept vorliegen, erfolgt die Entwicklung der Nördlichen Wallhalbinsel auf der Grundlage des jetzigen Bebauungsplans und der vorliegenden Konzepte.“ In Weiterführung des von der BIRL 2012 publizierten WHIN-Konzepts wurden daraufhin die einzelnen Hafenschuppen detailreich überplant. Diese Arbeit leisteten u. a. das Berliner Architekturbüro Modersohn & Freiesleben und das Lübecker Architekturbüro Herion in Zusammenarbeit mit weiteren Architekten ebenfalls ehrenamtlich. Diverse Planungsentwürfe dienten als Entscheidungshilfe für neue Pacht- und Kaufinteressenten für gewerblich wie für Wohnzwecke genutzte Teilflächen. Mit Hilfe des in dieser Weise fortgeschriebenen Entwicklungskonzeptes stellte die PIH einen Pool von Mitstreitern zusammen, der unter Federführung von professionellen Projektentwicklern die behutsame Belebung von Lübecks altem Hafen realisieren soll.

Autor*in

Jörg Sellerbeck

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Denkmalschutz Hafen Industriezeitalter Lübeck Nördliche Wallhalbinsel Stadtplanung

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Details

ISBN: 9783000516894
Verlag: Bürgerinitiative Rettet Lübeck
Erscheinung: 09.12.2015

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