Buchbesprechung
Das Buch schildert typische
Situationen, wie sie im Alltag der
Kinder vorkommen können.
Diese sollen zur Diskussion mit
den Kindern anregen.
Der kleine Hase Sprinter wird
geärgert und gerät in Gefahr.
Gemeinsam mit seinen Freunden
- Polli der Bärin,
Alchimedes dem Uhu
und Hilja dem Kätzchen -
kämpft er gegen Gewalt.
Die Fähigkeiten Hilfsbereitschaft,
Verantwortlichkeit und Zivilcourage
zeigen zu können, werden dabei
positiv herausgestellt. Die Fragen
nach Fairness, Gerechtigkeit und
Sicherheit zählen zu den wichtigsten
Fragen der Kinder. Täglich müssen
diese, auch von Erwachsenen,
neu beantwortet werden.
Leseprobe
.
Meist hört man im Honigwald nur die Bienen summen. Doch heute hört man noch etwas anderes: ein lautes Wimmern.
Was mag das sein ? Wo kommt es her? fragt sich Polli. Heute muss etwas passiert sein.
Vorsichtig schleicht sie in die Richtung aus der das Geräusch kommt.
Ihr Herz klopft rasend schnell. Sie ist aufgeregt. Das ist spannend, denkt sie.
Neugierig schaut sie durch die Zweige eines Brombeerbusches.
Da entdeckt sie Sprinter, den kleinen Hasen. Sprinter sitzt auf einem Baumstumpf und weint.
Polli kennt Sprinter aus der Honigwaldschule. Sprinter ist in der 1. Klasse.
Polli ist schon in der 3. Klasse.
Was ist mit dir los? traut sie sich, den Hasen anzusprechen.
Kann ich dir helfen? fragt Polli und legt einen Arm um Sprinter, um ihn zu trösten.
Ich bin ein Angsthase, schluchzt Sprinter.
Auf dem Schulhof ärgern sie mich immer wieder. Fast jeden Tag.
Ich lauf dann immer weg, und Reini ruft mir hinterher:
Angsthase! Sprinter ist ein kleiner Feigling. Bin ich wirklich ein Feigling, Polli- Bär?
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Vorgestern hatte Sprinter wieder einmal Langeweile gehabt. Doch dann hatte er einen netten
Wolf kennen gelernt. Der Wolf war viel älter. Er hieß Wolfi. Er kümmerte sich um Sprinter und
spielte mit ihm. Sprinter´s Eltern haben nicht viel Zeit. Sie müssen viel arbeiten.
Schüchtern fragte Wolfi gestern: Sprinter, du bist ein echter Freund. Ich mag dich sehr.
Magst du mich auch? Na klar. Es macht echt total viel Spaß mit dir zu spielen,
antwortete Sprinter und freute sich einen neuen Freund gefunden zu haben.
Wolfi nahm Sprinter an die Hand und wollte mit ihm losgehen. Da fiel Sprinter ein:
Meine Mama hat aber gesagt, dass ich nicht mit Fremden mitgehen darf.
Ich bin doch gar nicht fremd. Wir haben gestern doch zusammen gespielt. Und eben hast du
gesagt, dass du mich magst und ich dein Freund bin. Hast du mich etwa angelogen?
meinte Wolfi zu Sprinter und streichelte ihn. Darf Sprinter ihm vertrauen und mit ihm gehen?
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Reini sagte zu Sprinter: „ Wovor hast du Angst? Ist es das erste Mal für dich? Schau dir Biggi an! Wie locker sie ist.“ „ Ich hab´ nun mal ein paar Hemmungen. Daran ist nur meine blöde Erziehung schuld,“ antwortete Sprinter. „ In der Schule bin ich genauso. Da bringe ich auch immer kein Wort heraus. Ich bin immer noch ein Angsthase.“ „ Ich hab da genau das Richtige für dich. Super Dinger, schau sie dir an. Sehen die nicht cool aus? Und das Beste ist, sie helfen. Weiß ich bestimmt. Ich nehme sie auch. Biggi auch. Aber kannst dir ja überlegen, ob du sie einwirfst oder nicht. Und sonst hätte ich da noch einen richtig starken Joint. Den rauchst Du einfach weg und fühlst Dich danach entspannt und glücklich.“ Reini gab Sprinter eine kleine bunte Schachtel und ging wieder zu den anderen. Dort holte er eine Flasche aus seiner Tasche. Polli erkannte sie gleich wieder. Es war die Whiskyflasche aus dem Supermarkt. Reini gab sie Fred. Der goss den ganzen Inhalt der Flasche in die schöne Fruchtbowle. Wie eklig, dachte Polli, genauso ein Mixgetränk - ein Alcopop - wie in den Läden. Sie hatte genug.
Jens Mollenhauer
Gewaltprävention Selbstbehauptung